Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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556 Seidenwirkerey.

linke Fuß bleibt aber noch beständig auf dem erste»Bandentritt stehen, und zwar so lange, bis der Steinvon derjenigen Farbe, welche sich jetzt bilden svll, dieverhältuißmäßige Größe erhalten hat. Der Weberrichtet sich hierbei nach der verhältnißmäßigen Stärkedes Einschlagfadens, und daher werden bald mehr, baldweniger Einschüsse zur Bildung des Steins erfordert.Ist die Bildung desselben vollendet, so wird mit demBandentritt gewechselt, und die bisher erhöheten Stein-fäden gehen herunter. Der Einschußfaden macht denBund, und die Kettenfäden des Steins von der an-dern Farbe nehmen nun mehr die Stelle der erstemein. Unterdessen hat der rechte Fuß beständig mit denbeiden Fußtritten gewechselt, und er wechselt auch un-unterbrochen immer fort und macht die taffetartigeVerbindung. Wie nun hier mit dem ersten Steineverfahren worden, so wird auch mit der Bildung derübrigen verfahren.

Sollen die Bilder in dem oben angenommenen Strebfen nur zerstreut eingewebt werden, dann sinddieseBil-der nur klein, und auf der einen Seite bilden die Ket-tenfäden, auf der andern aber der Einschlag, daher sinddie Figuren von beiden Seiten zu sehen. Wird nunder Zug so lange fortgesetzt, bis man die Blumen fer-tig hat, so hält der Junge mit dem Zuge ein, und derWeber webt nur glatten Grund, bis es wieder Zeit ist,die Blumen zu ziehen; dann ruft er dem Ziehjungen zu,und dieser zieht wieder seinen Kegel. Da Zug aufZug nach jedem Einschuß geschieht, und der Kegel nichtloß gelassen wird, wenn mit dem Tritt gewechselt worden,so muß sich der Kettenfaden nothwendig auf der einenSeite und auf der andern aber der Einschlag bilden.

Was nun die gezogenen Zeuge mit einem Kö-pergrunde anbetrifft, so haben solche ein sehr schönesAnsehen. Die Breite ist ungefähr Ellen, und sieht,wie alle Serge, 1000 Riet hoch im Blatte, und da zu