Seidenwirkerey. 561
jeder Art von Zeug erfordert. Macht man einen Taf-fetgrund, der gestreift ist, und zwischen den Streifenfaconnirte Stellen enthält, worein Blumen gezogen wer-den, so müssen viele Schäfte und Tritte vorhandenseyn. Mufcheltaffete haben einen glatten Grund.Die runden Figuren werden durch den Zug so hervor-gebracht, daß sie ganz schmale und schräge Streifen indemselben bilden. Von der rechten Seite werden dieseStreifen von den Kettenfaden, aufder andern oder linkenSeite aber von dem Einschuß gebildet. Das Einlesender Harnischschnüre ist so eingetheilt, daß sich immer sehrwenige HarnischleHen mit Kettenfäden bei jedem Zugeheben, und daß solches immer in schräger Richtungdurch eben so viele andere Fäden so lange fortdauert,als die Grenzen des Umkreises der Muscheln solches er-fordern. So wie solches nach der Länge der Muschelnbeobachtet wird, eben so muß es auch nach der Breitebeobachtet werden; denn nach einer jeden solchen schma-len Linie entsteht, nach einem Abstände von einigenKettenfäden, welche unten bleiben, wieder durch denZug eben so vieler Kettenfäden eine neue Linie; unddiese Linien bilden eine Muschel, bald mehrere, bald we-nigere, nachdem solche groß oder klein sich zeigen soll;und da ferner der Umriß dieser Muschel rund ist, sokönnen auch nicht alle diese Linien gleich lang seyn, son-dern sie müssen nach der Rundung länger oder kürzerseyn, welches von der Anzahl der HarnischleHen undKettenfäden bei dem Einlesen der Patrone abhängt, in-dem bald mehr, bald weniger Letzen in der Länge zueinem Streifen genommen werden. Die Kette wlrdauf dieselbe Weise geschoren wie zum gewöhnlichen Taf-fet. Da sich die Muscheln zerstreut bilden, so müssendaher noch einmal so viele HarnischleHen und Kegelvorhanden seyn, als wenn die Muscheln sich hinterein-ander in gerader Linie bildeten, weil dann eine einzigeEinlesung und halb so viele Letzen hinlänglich wären.<l)ec. rechn. Enc. Theil 6I-II. N n