Seidenwirkerey. 563
braucht daher hier, außer dem Harnische zu den Blumen,noch acht Schäfte und acht Fußtritte wie zu allen ge-wohnlichen Atlassen. Man macht von dieser Art Zeugsowohl doppelten, als einfachen. Ist der Zeug von derersten Art, so kommen acht Fäden in ein Riet, ist eraber leicht, so kommen nur vier Fäden in das Riet.Uebrigenö nimmt der Seidenwirker bis zum Einpassirender Kette Alles das vor, was schon oben angeführtworden. Der Harnisch wird nach dem Verhältniß desMusters eingerichtet. Sind die Blumen klein, undsollen sie sich verschiedene Male in der Breite bilden, somuß der Harnisch so eingerichtet werden, daß so vieleArkadenschnüre an jeder Arkade seyn müsse«, als sichBlumen in einer Reihe nach der Breite bilden sollen.Manchmal ist das Muster so beschaffen, daß nur eineinziger Theil dazu erfordert wird. Diese Art Musterkönnen nicht mit dem Kegelzuge gemacht werden, son-dern mit dem Zampelzuge. Die Kettenfäden in denacht Schäften werden hier so einpassirt, wie zum ge-wöhnlichen Atlas, und eben so werden sie auch mit denFußtritten verbunden. Sowohl der Zug, als auchdie Schäfte müssen beständig arbeiten, und diejenigenStellen, welche der Kegel zieht, machen Blumen; dieangränzenden Stellen werden aber durch den Fußtrittzu Atlas gewebt.
Man hat nun auch Taffek mit lebendigenBlumen, das heißt, die Kettenfäden desselben stellenlebendige Blumen vor. Die Kette muß daher so ge-schoren werden, daß die Figurenfäden durch den ZugLicht und Schatten nach der Natur lebhaft darstellen.Man kann sich daher vorstellen, daß daö Scheeren einersolchen Kette einige Schwierigkeiten hak. Das Ganzewird nach der Patrone mit einem Zirkel abgemessen.Der Fabrikant muß erstlich genau seine Kettenfäden zurbildenden Figur berechnen und dadurch ordnen, undzweitens nach der Vorschrift seiner Patrone die Har
Nn 2