576 Seife und Seifenstederey. j
genommen wurde. Man arbeitet, nachdem das Lö-schen des Kalkes erfolgt ist, diesen mit der Asche gm !durch einander, füllt damit den Aescher, dessen durch-löcherter Boden mit einer 3 Zoll dicken Strohlagebedeckt worden ist, an, bedeckt die Oberfläche derAsche gleichfalls mit einer Lage Stroh, und gießt solange Wasser darauf, bis dieses einigeZoll übersieht.Die Lauge, welche durch das erste Auslaugen erhal-ten wird, enthält 18 bis 20 Prozent Alkali, und wirdFeuerlauge genannt. Durch dieses einmaligeAuslaugen ist jedoch die Asche noch nicht erschöpftworden, man schreitet daher zu einer zweiten Auelau-gung, wodurch schwächere, nur 4 oder 5 Prozent Al< ^kali enthaltende Lauge, Abrichtelauge genannt,erhalten wird. Man kann auch wohl ein drittes Aus-laugen vornehmen, und dazu die erhaltene sehr schwacheLauge gebrauchen, um damit frische Lauge auszulau-gen. Um das Talg in Seife zu verwandeln brauchtman, gegen 100 Theile desselben, so viele Lauge, daßdarin ungefähr 55 Theile Alkali aufgelöset worden.Der Talg wird zuerst mit ungefähr dem viertenTheile, dem Gewichte nach, Feuerlauge, anfänglichbei >gelinder, dann bei verstärkter Hitze, so lange gekocht, Ibis die Masse durchsichtig und gallertartig wie im >Wasser aufgelöseter Tischlerleim wird. In diesem !Zustande wird die seifenartige Substanz Seifen- >leim genannt. Ob nun dieser die erforderliche Gütebesitzt, erkennt man daran, daß bei fortgesetztem Sie- !den und einem Zusätze frischer Lauge seine Zähigkeitund Dichte zunimmt. Daß ferner eine mit einemSpan herausgenommene Probe einen bandförmigen,zusammenhängenden Streifen bildst; besitzt der Sei-fenleim nun diese Eigenschaft nach mehrstündigemSieden nicht, so wird bei fortwährendem Sieden nachund nach ein Theil Abrichtelauge zugegossen, und mitdem Kochen so lange fortgefahren, bis der Seifenleim