Seife und Seifensiederey. 575
nimmt zu derselben gewöhnlich die^Asche von einemKalireichen Holze, oder Potasche, oder Sode, undzieht vermittelst der erforderlichen Menge Wassersdie auflöslichen Theile aus, indem man zugleich einenAntheil gebrannten Kalk zusetzt. Folgende Ver-hältnisse werden als die besten empfohlen: auf achtTheile Holzasche einen Theil gebrannten Kalk; aufvier Theile Potasche fünf Theile gebrannten Kalk,mit einem verhältnißmäßigen Zusatz von Holzasche;gleiche Theile Sode und Kalk, mit einem Zusätze vonHolzasche. Der Zusatz von Holzasche dient in denbeiden letzten Fällen dazu, die Masse aufzulockern, unddas Auslaugen derselben zu befördern. In manchenSeifensiedereyen, und vorzüglich beim Hauöseifensie-den gebraucht man, wie auch vorher bei dem erstenVerhältniß angeführt worden, nur Asche und Kalk,mehrentheils von letzterem einen vierten, oder drittenTheil, oder auch die Hälfte. Auf den Stein Talgrechnet man in diesen Siedereyen und beim KochenzumHauöbedarf gemeiniglich einen halben DresdnerScheffel Asche und zwei Metzen ungelöschten Kalk.
In denSeifensiedereyen,wo die Bereitungs-art der Seifen mehr nach chemischenGrundsät-zen geschieht, als nach dem herkömmlichen Versah-ren, verfertiget man die Lauge auf folgende Weise.Man zerstampft die Holzasche für sich und die Pot-asche und Sode aber in Vermengung mit der Holz-asche; dann wird Alles durchgesiebt und ein Haufendaraus gebildet. In diesem macht man eine Ver-tiefung wie auch schon oben, S. 571, angeführtworden, und legt in dieselbe den vorher in kleineStücke zerschlagenen Kalk, benetzt ihn hierauf mit soviel Wasser, als erforderlich ist, ihn zu löschen, daßer zu einem feuchten Pulver zerfällt, wozu ungefährein Drittheil so viel Wasser erforderlich ist, als Kalk