! Seife und Seifensiederey. 591
selbe auf demSpatel als ein dichtes, zähes und schweresWesen zeigt, oder ob der Schaum aufdem Spatel bricht,weiß und mit kleinen Augen erscheint. Ist das Ersteder Fall, so kann noch eine oder zwei Hände voll dazukommen, ist es ohne das Letztere, daß sich nämlich einweißer leichter Schaum auf dem Leim befindet, so wirddas Feuer weggezogen, damit der Leim und Schaumnicht mehr kochen, sondern sich setzen möge. DerSchaum zieht sich über den Seifenleim im Kessel, undbedeckt denselben nach der Vielheit im Kessel, oder nachder Größe des Kessels von einer Höhe zu 1, 2 auch 3Zoll, und so senkc sich dann Alles >im Kessel bis zu sei-nem vorigen Stande wieder. Ist nun dieses geschehen,
1 so nimmt män einen flachen blechernen Löffel, und schöpftmit demselben behutsam dieses schaumartige Wesen überdem Leim ab in die oben angeführte Form oder das Ge-schirr. Dieser Schaum oder die nunmehrige leicht?Seife, ohne Vermischung von Farben oder roher Laugewird zum Trocknen weggesetzt, und wenn solche in denFormen eingetrocknet, aus diesen herausgenommen undin runde Ballen oder lange Stücken geschnitten. Mankann hierzu nach Belieben etwas wohlriechendes Oelgießen. Wenn mit dieser leichten Seife etwas Leimaus dem Kessel mit abgeschöpft worden, so setzt sich der-selbe an den Boden und wird nach dem Trocknen unterdieser leichten Seife weggeschnitten. Bei ordentlichen! Seifensiedereyen wird die leichte Seife auf eine andere, Art gemacht, wie weiter unten angeführt werden soll.
! Nachdem nun der Schaum zur leichten Seife abge-schöpft worden, so wird ein Viertel Himten Salz nachund nach über den Seifenleim geschüttet, und das Feuerwieder erneuert; jedoch darf solches jetzt nicht so stark,sondern nur so seyn, daß der Leim mit diesem Salzekocht. Dieses Kochen mit dem Salze muß bei gewöhn-lichem Feuer eine Stunde lang geschehen. Man fährtnun mit der Kelle in den Kessel, und untersucht, ob sich