590 Seife und Seifensiederei). >
zum Verkauf zu verfertigenden Seife ist es so Sittedaß man derselben eine Farbe zuseht, weil es auch we-gen des Gewichtes demjenigen Vortheil bringt, dersolche zum Verkauf verfertiget, und weil bei dem Er-gießen der Kernseife in die Formen hierzu nur roheSeifenlauge zur Vervielfältigung mit zugegossen wirdso muß die Farbe eine Bindung zwischen Lauge undSeife machen. Dieses veranlaßt auch, daß diese ArtSeife nicht so stark eintrocknet, wie sonst eine andereArt Seife thun würde, welche bis zum 4ken oder 5kenPfunde aus einem Pfunde Tulg vervielfältiget wird.Die Farbe hilft aber zur Wäsche nichts, sondern giebtbloß der Seife ein besseres verkäufliches Ansehen, unddaher kann sie in derHauöseife oder in derjenigen Seife, jdie bloß in einem Haushalte zum eigenen Bedarf ge>kocht wird, wegbleiben; auch fällt sie gemeiniglich beiniAuflösen der Seife im Waschen auf den Boden. —Nachdem nun die Lauge und das Talg zusammen vierStunden gekocht haben, so schreitet man zu dem Ab-sehen. Man bringt zuerst die Lauge Nr. 1 mit derLauge aus dem Bottich Nr. 3 in die Küche und gießtbeide in einen reinen Bottich oder Faß zusammen, dieLauge Nr. 2 läßt man aber noch allein stehen, weilsie besonders gebraucht wird. Will man nun von die-ser Seifenkochung eine leichte Seife gewinnen, so nimmtman eine Seifenform, oder in Ermanglung derselben ,einen Schubkasten von gleicher Größe, oder ein glasur- Ites Geschirr, woraus sich die Seife bald ablöset. Wenn ^dieses zur Hand gesetzt worden, so werden erst sechs bisacht Hände voll Salz in den Kessel über den Leim nachund nach geschüttet, und hiermit muß derselbe eine Vier-telstunde beim gewöhnlichen Feuer kochen; denn wäredas Feuer zu stark, so könnte der aufsteigende Schaumbeim Salzen aus dem Kessel steigen. Man hat nunAcht, wie sich der Schaum, der sich über den Leim auf-setzt, artet, ob dieser mehr weiß, als gelb ist; obsich der-