Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seife und Seifensiederey. 599

bald solches geschehen, gießt ein Dritter don der warmgemachten Lauge eine Kelle voll nach und nach unterbeständigem Rühren dazu. DaS Ausfüllen der Seifeaus dem Kessel, das Rühren mit dem Spatel, und da6Eingießen mit der warmen Lauge währt so lange, bisdie Seife aus dem Kessel und die Lauge in die Formeingegossen ist. Beim Ausschöpfen aus dem Kesselsehe man sich aber vor, daß nichts mit der Kelle von derSalzlauge, die wie eine gelbe Gallerte sich unter der Seifeanhängt, in die Form gebracht werde; denn solchesmacht, daß die eingegossene rohe Lauge sich mit derSeife nicht verbindet, sondern gleichsam wie eine Milchwovon die Molken abläuft, sich schüttet, und wegen desmitgetheilten überflüssigen Salzes sich unten zur Formmit der übrigen Lauge herauszieht oder abläuft, und da-durch die ganze Seife verdirbt, welche dann wie geron-nene Milch oder Käse aussieht, und nicht fest wird.Man muß daher bei dem Ausfüllen aus dem Kesselnicht zu geizig seyn, sondern-etwas im Kessel zurück las-sen, welches, in ein besonderes Gefäß gefüllt, gleichfallsgebraucht werden kann. Wenn nun die wärme Laugein die Form eingegossen, und mit der Seife durcheinan-der gerührt worden, so geht man an die kalte Lauge, vonwelcher noch 1 oder 1^ Eymer gebraucht werden. Mitdieser letzten Lauge wird zugleich, wenn die Seife weißgefärbt werden soll, die zugerichtete und durcheinandergerührte weiße Wascherde nach und nach mit ««gegos-sen und in der Form beständig durcheinander gerührt, bisdie bestimmten 1^ Eymer warme, und 1 oder Eymerkalte Lauge, nebst der Wascherde in die Form eingegos-sen sind, und bis sie kalt zu werden anfängt, damit sichdie Farbe nicht mehr auf den Boden herabziehen oderansehen möge. Wenn die Farbe gelb werden soll, sowird die zugerichtete gelbe Ochererde nicht eher dazu ein-gegossen, bis die Seife etwas steif wird, weil sich derOcher wegen seiner Schwere so gut, wie die weiße