628 Seife und Seifenßederey.
ländische weiche Seife, ehemals für die beste gehaltengewinntman aus dem gelben Oele, als Leinöl, Hanföl:c/oder aus dem kalten grünen, als dem Rübsenöl. Das Salzdazu ist Potasche und Kalk, von dem ersteren nehmen dieFlau derer 1500, von dem andern 1300 Pfd. Man durch,schaufelt und benetzt die Haufen, und bringt diese hernachin gemauerte Kasten, deren jeder seine Cisterne untersich hak. Das Auslaugen geschieht wie oben. Manmengt das Rübsenöl mit dem Hanföl, und kocht erst dieOele allein und dann mit der Lauge. Man rechnet auf30 Tonnen Oel 40 Tonnen Lauge. Nach dem Siedenmuß die Masse wieder klar werden. Das Kochendauert ungefähr sieben Stunden. Man gießt auchwohl eine blaue Tinte von Indigo und Lauge darunter,damit sie grün wird. Man gießt die bereitete Seife inkleine Fässer zum Abkühlen. Die Probe der Güte ist,wenn die Faden zwischen den Fingern abreißen und dieFarbe braun ist.
Man muß die gewöhnliche Seife aus einer Mischungvon einem Oelsauren und einem Talgsauren Alkali be-trachten, deren Verhältnisse durch die relativen Verhält-nisse der beiden Säuren, in welchen diese aus dem ange-wandten Fette gebildet werden können, bestimmt wer-den. Es ist daher anzunehmen, daß die aus vegetabi-lischen Oelen gebildeten Seifen zum größten Theile ausölsaurem Alkali bestehen, wogegen die aus den festere«animalischen Fetten gebildeten Seifen größtentheilsaus talksaurem Alkali gebildet sind. Die Consistenzder Seife hängt aber nicht bloß von der Beschaffenheitder fetten Substanz, sondern auch von der Beschaffen-heit der alkalischen Basis ab. Eine gute Oliven - oderTalg-Natronseife hat eine gelblich weiße Farbe, eineneigenthümlichen schwachen, nicht unangenehmen Geruch,keinen sehr scharfen oder salzigen, sondern einen gelindealkalischen mandelartigen Geschmack, ist in dünnenScheiben geschnitten, durchscheinend, zwar etwas, aber