636 Seife und Seifensiederey.'
tigkeit an. Auf diese hier angeführte Weise hat dergenannte Chemist mit verschiedenen Oelen, z. B. mit !süßem Mandelöle, mit Olivenöl, Cacaobutter, WachsWallrath und mit ausgepreßtem Eyeröle Vitriolischesaure Seifen gemacht; auch aus verschiedenen wesentlj.chen Oelen; weil aber die Schwefelsäure auf diese lehrenOele weit stärker, als auf die mildern, die nicht flüssig isind, wirkt, und weil man bei diesen Verbindungen diezugeschwinde Wirkung der Säuren stets vermeiden muß, soerfordert das allgemeine Verfahren bei der Bereitung derschweselsaurenSeifen mit einem wesentlich ölichtenGrund-theile einige besondere Handgriffs und Vorsicht, welcheAchard folgendermaßen angiebt: „Seifen aus derVitri-olsäure und einem wesentlichen Oele konnte ich, sagt der-selbe, aufdie Art am besten bereiten, daß ich 3Unzen wei-ßes Vitriolöl in einen gläsernen Mörser goß, welcher i«kaltem Wasser stand, und langsam 4 Unzen von demje-nigen wesentlichen Oele hinzutröpfelte, welches zu derSeife kommen sollte. Ich rieb diese Vermischung un-ausgesetzt, und wenn sie sich anfing zu erhitzen, so goßich so lange kein Oel mehr hinzu, bis sie völlig erkaltetwar. Auf diese Weise fuhr ich fort bis alles Oel mitder Säure vermischt worden war. Hierauf goß ich aufein Pfund des Gemenges ungefähr eben so viel Was-ser, und ließ dieses zusammen langsam so heiß werden,bis es sich dem Grade der Hitze des siedenden Wassersnäherte. Ich nahm dann alles zusammen vom Feuerweg. Durch das Erkalten vereinigten sich nun die sei-fenartigen Theile zu einer braunen Masse, welche, nach .Beschaffenheit des dazu genommenen Oels, mehr oder !weniger fest war." — Nach dem eben genannten Ehe-misten soll die zu starke Hitze eine Zersetzung des Oelsvermittelst der Schwefelsäure bewirken, und das Oel ineinen halb verkohlten nnd halb harzigten Körper ver-wandelt werden. Brandts fand, daß Lein», Mohn-,Wallnuß-, Fliederkern- und Ricinusöl mit Schwefel-