Seife und Seifensiederey. 629
^ ließ. Die geschwächte Schwefelsäure hat daher aufl. , dasOel nicht so kräftig wirken können, daß sich dasselbein eine seifenartige Verbindung verseht hätte. Andersverhielt es sich, als Mac quer die alkalische Seife,^ die mit Olivenöl gemacht worden, mit starker Schwefel-n säure zusammenrieb. Es entstand freilich daraus einer ! bräunliche Masse; allein die Masse enthielt eine voll-kommene saure Seife. — Zum Medicinischen Ge-' brauche macht man eine saure Seife aus 6 Unzen^ Braunstein, worauf 8 Unzen concentrirke Schwefel-, säure gegossen, und über starkem Feuer 4 Unzen ganzwasserhelle Säure abgezogen werden. Diese helle SäureI Mischt man in einem gläsernen oder achatenen Mörser mit; gleichen Theilen des besten Baumöls, und rührt diee Masse ein, so scheidet sich ein Theil überflüssiger Saure
, ab, den man, wenn es einige Tage gestanden, abgießt.
- Auf die festere Masse wird so viel kochendes destillirteS
r Wasser gegossen, daß sie ganz davon aufgelöset wird.. Man läßt es dann wieder erkalten, gießt das Wasser
, ab, und gießt nunmehr auf die Masse so viel in Wasser
x aufgelösetes vegetabilisches Laugensalz, bis sie nicht mehr, blaues Zuckerpapier röchet. Sie wird darauf stark um-. gerührt, damit sich die salzige Flüssigkeit davon trennt,
, und dann im Sandbade bei gelinder Wärme erwärmt;, dann noch bis zum Erkalten umgerührt, und auf Por-n zellangefäße gegossen. Die Eigenschaften dieser medi-
- zwischen sauren Seife sind: sie ist weiß, fein, fest;, in gelinder Warme kommt sie in Fluß,, löset sich leicht im, Wasser und Weingeiste auf, hat einen süßen Geschmack
und schäumt mit Wasser. Die Wirkung ist urintrei-, bend und auflösend. Man benutzt sie in der Waffer-
, sucht, Verstopfung der Eingeweide und in der Cachexie.
, Die Gabe ist 60 Gran bis 1 Quint, so bloß in Wasser
, aufgelöset worden. Carminati rühmt die Wir-
i kung, und Versuche müssen entscheiden, welche ohne