638 Seife und Seifensiederey.
ren werden diese Seifen zum Theil zersetzt; so sehendie Salpetersäure, die Salzsäure, die flüchtige Schwe. ifelsäure und die Essigsäure diese Seifen aus ihrer Mi-schung; auch die Alkalien, wie schon oben bemerkt wor-den, zersetzen die sauren Seifen, so wie einige Mittel-salze rc. Nach Cornette soll man die säuren Seifenbereiten, daß Man zu acht Theilen Oel, füufTheile einer Iweißen Schwefelsäure nimmt, solche, wie Macquer, 'nach und nach unter stetem Umrühren zu jenem gießt,das Gemisch in gelinder Wärme noch 24 Stunden stehenläßt, worauf man die sich anhängende freie Schwefel-säure entweder mit 16 Loth siedendem Wasser abspült,oder durch das Ausstellen an feuchte Luft in eine durchAbgießen schiedbare Flüssigkeit verwandelt. DasAbsäßen mit ätzendem wässerigtem Salmiakgnstefand Cor nette zwar nützlich, aber das Waschenmir Wasser war gewiß zureichend. Auch das Hin-zugießen vom Weingeiste, den man hernach wiederdavon «braucht, benimmt diesen Seifen den etwa an-hängenden Schwefelgeruch und die Saure; sie werdenharzichter. Macquer bereitete sich eine saure Seifeaus der Schwefelsäure und dem Olivenöle, die er voll-kommen gut fand. Er lösete nämlich gemeine alkalischeSeife in der Schwefelsäure auf, und bediente sich hier-bei eines solchen Verhältnisses, daß die Säure in demGemenge jederzeit die Oberhand hakte. Er versuchteanfangs diese Verbindung mit Schwefelsäure zu ma-chen, die er dieserhalb mit vielem Wasser verdünnt hatte,damit das Oel sowenig, als möglich, schwarz und verän-dert werden möchte; obgleich die Säure merklich vor-schlug, so schied sich dennoch das Oel zum Theil als einsehr weißes, sehr Helles, im Weingeiste leicht auflöölicheS,im Wasser hingegen unauflösliches flüssiges Oel, zumTheil in Gestalt einer weißen, festen ölichten Materie,welche die Consistenz eines Fettes hatte, und sich imWeingeiste sehr leicht, im Wasser aber gar nicht auslöse»