Seifensiederasche. 673
und ihre Lichtformen haben; allein auch hier erhält,was das Praktische und Theoretische dieser Kunst be-trifft, der Seifensieder den Vorrang; s. auch denArt. Licht, Th. 78, S. 1. Beim Seifensiedenkommt es besonders auf Verfertigung einer gutenLauge an, die man nur dadurch gewinnen kann, daßman die Species, das Material, genau kennt, wor-aus man sie gewinnt ; denn eine schlechte Sode undPotasche, und eine schlechte Bächen, Eichen rc. Asche,kann auch keine gute Lauge geben; er muß daherKenntniß von der Qualität des Materials haben.Er muß ferner die verschiedenen Oele, den Talg unddas übrige Fett, woraus man Seife siedet, genaukennen, sowohl am Geschmack, als an der Farbe undden noch besondern Eigenschaften. Er muß mit demSiedungSprozeß der Seife vertraut seyn, und alleVortheile, die sich ihm dabei darbieten, z. B. mit derSchaumseife rc., zu benutzen verstehen, und dann auchdas Merkantilische des Geschäftes kennen. Was er beidem Lichtziehen rc. zu beobachten hat, ist im ArtikelLicht, Th. 78, zu ersehen; so wie auch oben derArt. Seife und Seifensiederey von der Kundedieses Faches Nachricht giebt. In gewerbverhälk-nißlicher Hinsicht müssen die Lehrlinge dieser Profes-sion oder Kunst, wenn sie sich los lernen, kein Lehr-geld bezahlen, 6 Jahre, wenn sie aber ein Lehrgeldvon 100 Rthlrn. erlegen, 3 Jahre lernen. Die Ge-seilen bekommen auf ihrer Wanderschaft ein Ge-schenk, und in kleinen Städten, wo keine Herbergeist, auch bei einem Meister ein Nachtlager. Wersich als Meister besetzen will, muß als Meisterstückeinen Sud Seife kochen, die während des SiedenSbuntfleckig oder geblümt werden muß.
Geifenstederasche, beim Seifensieder, ausge-laugte Asche, die beim Seifensieden nach abgegosse-ner Lauge übrig bleibt. Sie enthält in 105 Pfd.Oec. techn. E»c. Theil 0k.II. U u