676 ' Seifensiederlauge.
Wasser ein, rühre sie während der Zeit oft und langeum, gieße dann die Lauge durch ein Leinentuch ab, !und wiederhole dieses so oft, bis daß das abgelaufeneWasser gar k 'e Schärfe mehr zeigt, oder einen sal-zigen Geschmack hak. Sobald diese Lauge fertig ist, !so übergieße man in einem andern Gefäße eine hin-längliche Quantität lebendigen Kalks mit Wasser,und schütte den Kalkschaum in seiner stärksten Erhiz-zung nach und nach in die Lauge, die indessen umge-rührt wird. Zwischen dem Zugießen wird die Laugezum öfteren auf folgende Art probirt. Zu einemkleinen Theile von der mit Kalk vermischten, und inein Weißes Glas gegossenen Lauge werden einigeTropfen Schwefelsäure getröpfelt, wobei man genausieht, ob sich noch aufsteigende Luftbläschen zeigen.Bemerkt man nun diese, so mischt man noch mehrKalkschaum zu; läßt sich aber nur eine kleine Erwär-mung und kein Entstehen der Bläschen mehr bemer-ken , so wird Kalk zugeseht, und damit nicht zu vielzugesetzt werde, so wiederhole man oft die Probe.Wenn endlich die Lauge die verlangte Probe aushakt,so wird die scharfe Lauge wieder durch ein Leinentuchgegossen und der zurückgebliebene Kalkschaum nocheinige Mal mit kochendem Wasser nachgespült; dannnoch einmal probirt, und bis zu einem Grade einge- ikocht, in welchem man ihre Schärfe genau bestimmenkann. Diese Bestimmung kann z. B. seyn, daßwenn man eine Feder in sie eintaucht, solche sogleichangegriffen wird. In dieser Stärke bleibt sie sich nunimmer gleich, und man kann ein sicheres Maaß undVerhältniß bestimmen, und davon eine immer gleich-artige Seife erhalten.
In vielen Seifensiedereyen wird die nasseAsche mit dem Kalke durcheinander gebracht und bei-des vermischt in einen Aescher gethan. In diesemAescher muß das Gemisch vierundzwanzig Stunden