Seifensiederlauge. 675
zeit gleich scharf ist, und zum Seifenkochen aller Artbenutzt werden kann. Man bedient sich gewöhnlich,wie auch oben angeführt worden, um die Holzaschemit der Kalkfchärfe zu verbinden, der Methode, daßman immer eine gleich festgesetzte Menge von leben-digem Kalke mit der Asche vermischt, dieses Gemischmit Wasser anfeuchtet und auslaugt, und sich nichtweiter darum bekümmert, ob die Lauge die nöthigeSchärfe besitzt oder daran Uebersiuß hat, da doch bei-des zu einer, jedenzeit gleich guten Seife, nachtheiligist. Denn wenn die Lauge nicht eine hinlänglicheSchärfe besitzt, so wird die damit verfertigte Seife,auch mit den reinsten Fettigkeiten, immer schmierigbleiben. Wendet man hingegen zu viel Kalk an, sobefindet sich in der Lauge zu viel aufgelöseter Kalk,der sich bei ihrer wettern Einkochung wieder von der-selben scheidet, sich mit der Seife verbindet, und siekrümlich macht. Einer von beiden Fehlern wird sichoft, obgleich nicht jederzeit, auffallend äußern. EinKalk ist oft durchbrannter und schärfer, als der an-dere; einer ist öfters längere Zeit der Luft ausgesetztgewesen, folglich schon schwächer geworden, als einanderer frisch gebrannter, der erst aus dem Brenn-ofen gebracht worden, und dann ist auch die Ver-schiedenheit des Kalksteins und der Kalkerde wiedersehr groß. Einer nicht geringeren Verschiedenheitist die Asche unterworfen, weil ein Holz mehr Kalienthält, als das andere, wodurch sie geschickter ge-macht wird, allen Kali fahren zu lassen; oft ist sieauch schon von Wasser überlaufen, und dadurch voll-kommen entsalzt worden. Um nun dieser Ungleichheitder Lauge vorzubeugen, und eine, nach richtigen Ge-setzen zubereitete, immer gleichartige Lauge zu erhal-ten, wird folgende Bereitungsmethode die beste seyn.Die zur Lauge bestimmte Quantität Asche nehme manallein und weiche sie erst einige Tage lang in kaltem
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