Seiger. Seigergang. 687
Feiger, 1) ein Werkzeug zum Seihen, s. Seih er.— 2) Ein nur noch in dem Lünebmgischen Salz-werke übliches Wort, wo der Ober- und Unterseigerdasjenige ist, was man in andern Salzwerken denO ber. oderUn kerb orn meist ernennt. — 3) DerSeiger, von dem vorigen Beiworte feigen, eineseigere, das ist, senkrechte Linie. Besonders wirdan den Wasserwagen das an einem Faden befestigteStück Bley, welches die senkrechte Linie zeigt, derSeiger genannt. — 4) der Seiger, ein nur in dengemeinen Sprecharten einiger Gegenden, z. B. Meis-sens, übliches Wort; eine jede Uhr zu bezeichnen, essei nnn eineSanduhr oder eineSchlaguhr, eineStubenuhr, eineTaschenuhr, daher, wenn derSeiger zehne schlägt. Adelung sagt, wenn diesesWort nicht von seihen, oder auch von dem oben er-wähnten alten Zeitworte sei gen, sinken, fallen, oderauch von feigern abstammt, und also eigentlich eineSand- oder Wasseruhr bedeutet hat, so ist eS gewißaus Zeiger verderbt, welches hier figürlich für dieganze Uhr genommen wird.
SeigeraLrreiber, s. Saigerabtreiber, Th. 130,S. 618.
Seigeranrichter, s. Saigeranrichter, daselbst.
Geigerarbeit, s. Saigerarbeit, daselbst.
Seigerbätzlee; Saigerblech;Saigerbley;Sei-gerbösler; s. Th. 130, S. 618, 619.
Geigerdarndeln; Saigerdarrofen; Saiger«dörner; Saigerdörnerstücke; Saigerdörn-lein, s. Th. 130, S. 619, 620.
Geigergang, im Bergbaue, ein senkrechter Gang,der senkrecht in die Tiefe geht. Diese Gänge fallenvom 75 bis Wsten Grad, und sind gemeiniglich edler,als die andern. Die Seigerfallenden Gänge werfengar keine Donlege. Man nimmt sie für rechtfallendan; ihr Hängendes ist zur Linken, und ihr Liegendes