Seihe. Seihen. 693
Seihe, von dem Zeitworte seihen. 1) Ein Werk-! zeug zum Seihen, der Seiher, der Seiger, dieSeihe; 2) das Grobe, der Satz, wovon der flüs-sige Körper durch das Seihen geschieden worden,j in welchem Verstände, besonders in der HauSwirth-^ schaft vieler Gegenden, die Treber, das ist, dasnach abgeführtem Biere übrig gebliebene kraftlose Ge-treide, dasausgeschwellte und auögesogeneMalz, wel-ches sowohl in den Branntweinbrennereyen, in derBranntweinblase, als auch in den Brauereyen in derBraupfanne zurückbleibt, und zum Viehsutter dient.Man mästet damit nicht nur die Schweine, indemman es ihnen unter das Spülicht rührt; auch giebtman es auf diese Weise den Kühen, die zum Melken,zur Milchgebung, bestimmt sind. In großen Städ-ten wird es daher von den Viehhaltern,Viehmästern,und Ackerbürgern sehr gesucht und gut bezahlt. In vie-len Brauereyen, besonders auf dem Lande, werden diegrößtentheilö auSgesogenen Treber, dieSeihe, nachdemdie Würze abgefüllt worden, nochmals mit heißemWasser übergössen, und solches hernach mit dem inder Braupfanne zurückgebliebenen Hopfen gekocht,welchesNachbier, Dünnbier, Afterbier, Ge-sindebier, auchConvent oder Covent genannt,und dem Gesinde, den Tagelöhnern rc. gegeben wird.
Seihe»:, ein regelmäßiges thätiges Zeitwort, einenflüssigen Körper durch einen porösen festen laufenlassen, damit das darin befindliche Dicke oder Unreinezurückbleibe, sich an die Wände des SeiheapparatSansetze; in der Chemie filtriren. Daher sagt man:Die Milch durch einen leinen Tuch, denWeindurch Löschpapier, die Grütze durchdenDurchschlag oderSeiher seihen, so auchdas Seihen; s. auch den Art. Durchseihen, Th.9,S. 775 u.f.