Nachtrag zum Art. Seidenhasenhaar. 699
bekäme, der Gesundheit nachteilig werden könnten,welches Alles sehr unangenehm sey. Es ist nun zwarallerdings eine Unbequemlichkeit beim Gebrauche dieserProdukte, daß das Haar wegen seiner Zartheit, Leich-! tigkeit und Weichheit, sich an Kleidungen, besondersan Sammet, Tuch, Merinos, CircassienneS undderglei-! chen, eine etwas rauhe Oberfläche habende Dinge an-setzt; allein auch andere Produkte haben ihre Mangel^ und Unbequemlichkeiten. die man wohl leicht, indemman auf den Nutzen sieht, oder diesen nur im Augehat, übersehen kann. Ein Mittel, das Haar in denverarbeiteten Produkten so zu befestigen, ^aß es garnicht los gehen sollte, scheint der Natur des Haaresnach unmöglich, folglich ist nur ein Gegenmittel anzu-wenden, welches darin besteht, daß man mit der Hand,zumal wenn sie vorher etwas angefeuchtet worden, dasmit Seidenhaar verunreinigte Tuch, oder was es sonstist, nach einem Striche herunterwärtS streichet. Durchein solches Streichen lassen sich die angesetzten Haareleicht abbringen. Sie rollen sich dann zusammen bissie am Ende abfallen, oder leicht abgenommen werdenkönnen. Ob übrigens die Haare, wenn sie durch denMund in den Körper gelangen, schädlich und der Ge-sundheit nachtheilig sind, ist zwar ein Gegenstand dervor das Tribunal der Aerzte gehört, indessen ist so vielgewiß, daß nach der Erfahrung, die Angorischen Kanin-chen sich oft beißen und sich die Haare Schopfweiseausraufen, sie dann gewöhnlich zerkauen und auffressen,ohne daß man davon den geringsten Nachtheil für ihrenKörper gewahr wird, und daher möchten sie auch wohlvom Menschen, einzeln verschluckt, nicht schädlich seyn,und nur dann vielleicht, wenn mehrere sich in einemKlumpen verwickeln und auf diese Art unverdaulich,mithin wo nicht dem Magen und den Gedärmen ge-fährlich, doch wenigstens beschwerlich fallen müssen.Wie es aber zugehen sollte diese Haare in solcher Quan-