700 Nachtrag zum Art. Seidenhasenhaar. N
tität zu verschlucken, daß sie eine nachcheilige Wirkungauf die Gesundheit hervorbringen könnte, läßt sich nichtgut begreifen. Mehrere Personen, und besonderssolche, die bei dem Seidenhaar alle damit vorzuneh.mende Arbeiten verrichten, als auch diejenigen, die fa>bricirte Stücke von diesen Haaren häufig getragen ha-ben, sind niemals in den Fall gekommen, solche Quan-tität davon zu verschlucken, daß sie Nachtheil für ihreGesundheit davon verspürt hätten, obgleich beim Krat-zen, Spinnen und Kämmen vielfältig eine guce Anzahldavon herum zu fliegen pflegt, und wohl nicht zu leug-nen ist, daß manches einzelne Haar, vorzüglich mit dengenossenen Speisen, verschluckt werden mag. Einewirkliche Unannehmlichkeit ist, daß diese Haare, wennsie in den Zimmern herumfliegen, sich an die Nasenlö-cher beim Athemholen sehen und daselbst ein verdrieß-liches Jucken verursachen, dem man jedoch durch dasHerausnehmen recht gut abhelfen kann. So wie esnun kaum glaublich ist, daß der ohnehin sehr seltenvorkommende Genuß einzelner Seidenhaare der Ge-sundheit schädlich werden sollte, so ist hingegen wohlkeinem Zweifel unterworfen, daß der Gebrauch der ausdenselben verfertigten Produkte, besonders wenn dieseunmittelbar auf der Haut getragen werden, der Gesund-heit sehr zuträglich seyn müsse. Man weiß, daß wol-lene Unterkamisöler, Brusttücher, Strümpfe, wenn sieunmittelbar auf den bloßen Leib gezogen und daraufstets getragen werden, alle die Unbequemlichkeiten ab-halten, die sonst von Erkältungen, die auf vorhergegan-genen Erhihungen zu folgen pflegen, entstehen; daßLiese den Schweiß des menschlichen Körpers unver-merkt von der Haut abführen, und die sonst mit linne-«en, wollenen und dergleichen Bedeckungen verbunde-nen Unannehmlichkeiten und Nachtheile für die Ge-sundheit abwenden; denn wenn diese von dem Schweißedurchneht sind, auf dem Körper bleiben, kalt werde»,
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