Buch 
Taschenbuch für Mathematik, Physik, Geodäsie und Astronomie / von Rudolf Wolf
Entstehung
Seite
198
JPEG-Download
 

198

Wärmelehre.

constantem Drucke in gesättigten Dampf von t° zu ver-wandeln, und für welche man auch (nach Regnault)

H = 606,5 + 0,305 . t 4

hat. Das Volumen v der Gewichtseinheit (1 Kil.) ge-sättigten Wasserdampfes findet sich, wenn p den Druckdes Dampfes pro Quadratmeter bedeutet,

v = 424 -(- 0,001 Cubikmeter 5

P

oder einfacher nach der Formel von Zeuner, die zugleichfür überhitzten Wasserdampf gilt,

p v = B T - C 6

wo T = 273 -|-1 und p in Atmosphären einzusetzen ist,die Constanten aber B = 0,0049287, 0 = 0,187815 sind.Die Dichtigkeit y des Dampfes oder das Gewicht voneinem Cubikmeter ist endlich y 1: v. [XI.]

307. Die Dampfmaschine. Die doppelte Eigenschaftder Wasserdämpfe, einerseits einer grossen Expansivkraftfähig zu sein, anderseits dem Volumen nach durch Er-kältung plötzlich fast ganz vernichtet zu werden (1 Vol.Dampf von 1 Atm. Spannkraft gibt 0,00059 Wasser) be-gründet ihre technisch so wichtige Anwendung auf dieDampfmaschine, hei welcher die im Dampfkessel(mit Sicherheitsventil) erzeugten Dämpfe mittelst derSteuerung abwechselnd über und unter den Kolbenim Dampfzylinder und von da in den Condensatorgeführt werden, und dadurch eine va et vient ge-nannte Bewegung des Kolbens hervorbringen, die durchWatt'sches Parallelogramm und Balancier in einerotirende Bewegung verwandelt, und durch Schwung-rad und Regulator gleichmässig erhalten wird. Dampf-maschinen, welche mit Dampf von mehreren AtmosphärenSpannkraft arbeiten, können den Condensator entbehrenund heissen dann Hochdruckmaschineu. Da der