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Taschenbuch für Mathematik, Physik, Geodäsie und Astronomie / von Rudolf Wolf
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Magnetismus

so findet Anziehung oder Abstossung statt, je nachdemdie beiden Pole ungleichnamig oder gleichnamig sind;nähert man ihm dagegen das eine Ende eines des Magne-tismus fähigen Stabes, so findet nicht nur immer An-ziehung statt, sondern das andere Ende zeigt sofortgleichnamigen Magnetismus mit dem diese sog. Ver-theilung bewirkenden Pole, wenn man aber den Stabzurückzieht, so behält oder verliert er seine magnetischenEigenschaften, je nachdem er aus Stahl oder weichemEisen besteht. Man ist hiedurch auf die Idee gekommen,dass jeder des Magnetismus fähige Körper aus kleinenMagneten bestehe, bei denen aber ursprünglich die Polenach den verschiedensten Richtungen hin liegen und sichneutralisiren, dass ein solcher Körper sodann zumMagnete werde, wenn man durch äussern Einfluss dieTheilchen so drehen könne, dass die gleichnamigen Polewenigstens annähernd nach derselben Richtung hinliegen, dass diess (aber sodann auch das Rückdrehen nachEntfernung der Ursache) um so leichter gehe, je wenigerWiderstand gegen solche Drehungen vorhanden oder jekleiner die sog. Coercitivkraft sei, etc. -311 . Die künstlichen Magnete. Künstliche Magnetewerden aus Stahlstäben durch Streichen mit einem Ma-gnete erzeugt: Beim sog. einfachen Striche wird derMagnet wiederholt mit dem einen Pole auf die Mittedes zu magnetisirenden Stabes aufgesetzt, und dann bisans Ende fortgeführt, wodurch diess Ende den ungleich-namigen Pol erhält. Beim sog. Doppelstriche setztman dagegen die beiden Pole eines Hufeisenmagneten inder Mitte des zu magnetisirenden Stabes auf, bewegtbeide Pole bis an das eine Ende des Stabes, führt siedann, ohne die Lage zu verändern, über den ganzenStab bis an das andere Ende, und dann wieder bis zurMitte zurück, wodurch jedes Ende in Vergleich mit dem