L68 Scammonium.
die einen Milchsaft führen, welcher, nachdem er ge.trocknet worden, das genannte Harz ist. Man ge.winnt dasselbe auf folgende Weise: Nachdem derobere Theil der Wurzel von der Erde entblößt wor»den, schneidet man den Kopf derselben in einerschiefen Richtung ab und seht ein Gefäß unter denniedrigen Theil des Schnittes, da denn der milchichteSaft innerhalb zwölf Stunden anströpfelt, der ausjeder Wurzel nur wenige Quentchen beträgt, undnachher zum Trocknen an die Sonne gestellt wird.In Smyrna nimmt man hauptsächlich dasjenigeScammonium, welches aus der Wurzel der Purpur-winde gewonnen wird, die auf dem herabhängendenTheil eines Berges unter dem Castell von Smyrnawachst. Man scharrt ein wenig Erde um die Wur-zel herum weg, rißt diese, und seht unter die RiheMuschelschalen, worein man den Saft sammelt undtrocken werden läßt. Dieses Scammonium wirdsehr selten außerhalb Landes geschickt; denn die Ein-wohner behalten und gebrauchen es selbst.
Die Griechen und Araber geben verschiedeneArten diesen Saft zu sammeln an. DioScoridesgiebt zwei derselben an. Nämlich: man scheidet denobersten Theil der Wurzel ab und höhlt diese miteinem Messer aus, damit der Saft in die Grubelaufe, welchen man hernach in Muschelschalen samm-let. Andere machen Gruben in die Erde, legenNußblätter hinein, gießen den Saft darauf und las-sen ihn trocknen. Mesue erzählt vier Arten, diesenSaft herauszuziehen, wodurch man ein verschiedenesScammonium erhält. Erstens, sobald die Wurzelüber die Erde hervorragt, riht man den hervorra-genden Theil, aus welchen dann täglich ein harzigerSaft fließt, welchem man, wenn er getrocknet ist,aufhebt. Hernach reißt man die ganze Wurzel ausder Erde, und nachdem sie geritzt worden, fließt ein