Scammonium. 169
Milchsaft heraus, welcher bei gelindem Feuer oderan der Sonne getrocknet wird. Man macht darausStücke von verschiedener Form und drückt ein Zie-gel darauf. Ihre Farbe ist weißlich. Drittens stößtman die in Stücke geschnittene Wurzeln und drücktden Saft heraus, laßt ihn trocknen und drückt einSiegel darauf. Dieser getrocknete Saft ist schwerund schwarz. Viertens ziehen auch Einige einenSaft aus den gestoßenen Blättern und Stängeln,lassen ihn trocknen und machen dann kleine Massendaraus. Dieser Saft ist gräulich schwarz und hateinen widrigen Geruch.
Daö unverfälschte Scammonium ist leicht, imBruche glänzend und läßt sich zwischen den Fingernzerreiben. Faßt man es mit feuchten Fingern an,so werden diese bleichgelb gefärbt; auch die Stelle,worauf man mit einem feuchten Finger getüpft hat,wird gelb, und mit Wasser giebt eö eine milchichteins Grüne fallende Auflösung und wenig Bodensatz.So rein kommt er selten zu uns, sondern der aus-getröpfelts Milchsaft wird entweder mit dem ausder Wurzel, den Stängeln und Blättern dur'chsAuspressen erhaltenen Safte, oder meistentheils mitMehl, Asche, Sand, Kraftmehl rc. vermischt unddann getrocknet. Von diesem muß dasjenige in derMedizin angewendet werden, welches den vorher an-gezeigten Eigenschaften am nächsten kommt. Dadas Scammonium überhaupt einen sehr ekelhaftenGeruch und Geschmack hat, der zugleich scharf undbitter ist, so hat man vor Zeiten sehr viele Verbesserrungsarten desselben, um seine zu stark purgirendeKraft zu mildern, vorgenommen. Es wurde dasselbein einem Mörser entweder in Äuittenbirnensaft, oderin einem Dekoct von Rosenblättern oder von Süß-holz aufgelöset, die milchichte Auflösung von demBodensahe abgesondert und bei sehr gelinder Wärme