Band 
Hundert und acht und dreissigster Theil, welcher die Artikel Säure bis Schaf und Schafzucht enthält.
Seite
357
JPEG-Download
 

Schach. 357

nur gegen diejenige^ wirken lasse, die zu der ver-langten Bewegung nöthig ist? Nach dem genanntenSchriftsteller, ist der Einfluß innerhalb des Kastensselbst zu suchen, nämlich: daß Jemand in demselbenverbergen sei. Dieser Jemand muß wegen des engenRaumes nicht von großer Figur seyn, muß bei auf-geschlossenen Thüren dennoch unbemerkt gegenwärtigseyn können; muß ein vollkommener Meister imSchachspiele seyn; muß im Stande seyn, die Zügedes fremden Spielers zu wissen; muß in seiner Lageimmer das ganze Spiel übersehen, und darnach seineGegenzüge anordnen können; muß endlich mechani-sche Mittel in seiner Gewalt haben, des TürkenArm seinen Absichten gemäß wirken zu lassen.Böckmann glaubt, das Ganze dieses Kunstwerkesauf die natürlichste Art also erklären zu können:

Herr von Kemple hatte einen kleinen Men-schen bei sich, von dem er behauptete, daß er un-ter die stärksten Schachspieler von Europa gehöre.Ungeachtet der Anwesenheit der ganzen übrigenReisegesellschaft, erschien jener nicht bei dem Spieledes Türken; selbst die wiederholten Wünsche er-lauchter Personen konnten ihn nicht herbeischaffen.Dieses kleine Männchen war nun sehr wahrschein-lich in der unteren Abtheilung, wovon ein Theildie Schublade bildete, solange verborgen, bis dieEröffnung der Thüren und das Vorzeigen der in-neren Einrichtung des Kastens geschehen war.Dann wurde der oben beschriebene kleine Schrankaus der größeren Abtheilung mit gewisser Feier-lichkeit herausgenommen, die Thüren wurden aber,wohl zu merken, gleich wieder sorgfältig verschlos-sen, obgleich sonst nichts in diesem Raume zu se-hen war. In der Zeit, da man sich beschäftigtediesen Schrank, der sonst beim Spiele keinen we-sentlichen Einfluß hatte, als daß er dem versteck-ten Spieler einen nothwendigen Platz frei macht,aus den etwas entfernten Tisch in Ordnung zusetzen, und ihn behutsam zu öffnen, sind natürlich