368 Schächerkreuz. Schachern.
üblich, wo es schicken lautet, und besonders vonder Entführung eines Frauenzimmers gebrauchtwird. Das Hauptwort Schach, im mittlernLatein Losous, Holl. Lelrselc, war für Raub,Räuberei ehemals gleichfalls sehr üblich und kommtbei unsern alten Oberdeutschen Schriftstellernhäufig vor. Die erste und ursprüngliche Betonungist wie in Raub und andern ähnlichen Wörterndie heftige Bewegung, daher die Verwandtschaftmit Schäcker, schicken, Schal, schaukeln,dem Angels. LeNaan, stoßen schütteln, dem Franz,eimcczuer rc. leicht kenntlich ist»
Schächerkreuz, in der Wappenkunst, ein, wie eingroßes A oder wie eine Gabel gebildetes Kreuz,weil die mit Christs Hingerichteten Gchächer anein solches sollen gehenkt worden seyn, das Ga-be lkreuz. Andere belegen daö Andreaskreuz,welches einem X gleicht mit diesem Namen; s.auch den Art. Kreuz, Th. 49, S. 88 u. f.
Schachern, ein regelmäßiges thätiges Zeitwort, wel-nur im gemeinen Leben üblich ist, wo es handeln,Kauf- oder Tauschhandel treiben, bedeutet; abernur von einem gewinnsüchtigen Handel im kleinengebraucht wird. Im Niedersachsischen gleichfalls sch a-chejrn, im Schweb, slcaoicva. Nach Avelungist dieses Wort von den Juden entlehnt, milchedieses Wort bei ihrem Handel beständig imMuNdefähren, daher es auch nur von einer jüdischen,gewinnsüchtigen Art zu handeln gebraucht wird.Die Schacherei, das jüdisch-deutsche schachernist aus dem Chaldäischen ins und Hebräischen«tziv, kaufen, handeln entlehnt, wohin auch Mbetrüglich handeln, lügen gehört; allein auch die>eMorgenlandischen Wörter verrathen, daß sie ver-mittelst des intensiven oder iterativen r, ern, vonHern vorher erwähnten Zeitworte schachvn, hes-