412 Schacht.
her bei einem Schachte eine doppelte Zimmerungvor, nämlich eine Verlorne und eine wirkliche.Die erstere, welche man auch das Abtreiben inden Schacht nennt, wird darum so genannt, weilsie nicht beständig stehen bleibt, sondern sobald man einfestes Gebirge angetroffen hat, wieder abgeworfen wird.Sie besteht bei saigern Schächten aus Jöchern,Stempelnund aus Ladholtze, undwird auf folgende Weise vorgerich-tet: An dem einen kurzeffSchachtstoße werden Bnhnen-löcher, und an dem andern Einträge eingehauen. NachherLänge beider langen Schachtstöße wird nun an jedemStoße in einer ebensöhligen Richtung ein Joch miteinem Ende in das Bühnenloch, und mit dem ander»in den Eintrag gelegt; dann werden an beiden kur-zen Schachtstößen, und wenn es wegen des dickenGebirges erforderlich ist, auch in der Mittedes Schachtes ausgescharrte Stempel an dieJöcherangetrieben. Ein solches Verlornes Zimmerstück, wel-ches aus zwei Jöchern und den nöthigen Stempelnbesteht, wird ein Schacht genannt. Das erste vondiesem Gezimmer kommt etliche Fuß unter den obe-ren Schachtkranz, und alsdann wird auf gleiche Art,immer wie der Schacht weiter abgeteuft wird, fort-gefahren. Der Zwischenraum von einem solchen Ge-zimmer bis zum andern, richtet sich nach der mehroder wenigeren Feste des Gebirges. Wo das Ge-birge aber klüftig und brüchig ist, und sich in demZwischenraume Stücke losziehen und in den Schachtfallen können, werden die Gezimmer drei bis vierSchuhe auseinander gelegt und die Zwischenräume mitLadholze verladen; wo aber das Gebirge standhafterist, werden sie weiter auseinander gelegt. Es ge-schieht auch wohl, daß bald brüchige und bald festeund höchst feste Gesteinmittel versunken werden, indiesem Falle ist bei den letztem die verlorene Zim-merling gar nicht nöthig, sondern sie bleiben ein-