Schaf und Schafzucht. 651
gutem Heu und Gerstenschrot, oder auch mit Kleien,worunter man ein wenig Salz gemischt, und laßtes dabei verschlagenes Wasser, mit eingerührtemRocken-, Bohnen- oder Hirsenmehl saufen. NachVerlauf der vier oder fünf ersten Tage, kann manes allmählig wieder mit seinem gewöhnlichen Futterbeköstigen und mit andern auf die Weide bringen;jedoch darf man es anfangs nicht zu weit führen,um die Erhitzung der Milch zu verhüten. Das ander Mutter saugende lamm kann hierauf, sobald eseinige Kräfte gesammelt hat, und schon zu springenanfängt, mit seiner Mutter zugleich auf's Feld ge-trieben werden. Die Ekstlinge, >oder die Lämmerdes ersten Wurfes sind niemals von eben der Güte,wie die Lämmer von den folgenden Würfen. —Da,sHammeln geschieht bei gelinder Witterung, sowohlim Frühling, als Herbste, und im vierten oder fünf-ten Monate des Alters der jungen Widder. EinMeh-reros hierüber, s. weiter unten, unterZucht und Wartung der Schafe.
Wie bekannt gehören die Schafe zu den wie-derkäuenden Thieren, oder zu den Säugekhieren mitzwei Hufen, vier Mägen und fehlenden oberen Schnei-dezähntn; s. Säugethier, Th. iz?, S. Z?6. Sieunterscheiden sich durch eckige, gefurchte, von derWurzel aus rückwärts gehende und sich spiralförmigwieder vorwärts windende Hörner, und haben wederBart noch Thränengrube; auch haben einige Artenkeine Hörner, s. den oben angeführten Theil,S. zgl.
Mit Vollendung des ersten Jahres fallen denWiddern, Schafen und Hammeln die Heiden Vor-derzähne des untern Kinnbackens aus. Wenn sieanderthalb Jahr alt geworden sind, verlieren sie auchdie beiden Zähne, welche neben den genannten stan-den; im dritten Jahre haben sie an deren Stelle