Band 
Hundert und acht und dreissigster Theil, welcher die Artikel Säure bis Schaf und Schafzucht enthält.
Seite
572
JPEG-Download
 

272 Schaf und Schafzucht.

Fleisch anderer Raren, welche nicht so bald fettwerden, an gutem Geschmacke nachstehe, das; sieweniger Welle geben und zum Hürdenschlage nichtanwendbar seyen. Daß aber diese Rare auf einerihr angemessenen Weide immer sehr schätzbar bleibt,erhellt schon daraus, daß sie in den verschiedenstenDistricten sich sehr schnell, verbreitet hat. Der Vor-warf, daß sie zu klein und dünnhäutig sey, um dieKälte zu ertragen, wird in der Erfahrung nicht be-stätiget. Die Mutterschafe werden, wenn sie zweiJahr alt send,, zum Bocke gebracht, und der dritteTheil davon pflegt, wenn sie gut gehalten werden,Zwillingslämmer zu bringen. Die Hammel sind inzwei Jahren zum Schlachten am besten, weil siesonst überflüssig fett werden.

2) Die Li ncolnschire Race hat keine Hör-ner, weiße Gesichter, einen langen, dünnen, schwa-chen Leib, dicke, rauhe, weiße Beine, starke Kno-chen und einen dicken Pelz. Sie wird langsamfett und giebt ein grobfaserichteg Fleisch. DasViertel wiegt 14 — 20 Pfund und von dreijährigenHammeln 20 — go Pfund, Die Wolle ist iO—igZoll lang, aber nicht so fein, wie die der vorigenRace. Diese Art Schafe kann man nur auf fettenWeiden mit Vorthe-il, ziehen. Ellis sagt; „dieseArt Schafe sind für solche Pachter gut, weichefruchtbare Thalfelder zu bestellen haben; denn hierhaben die Thiere weiter nichts zu thun, als daß sieauf dem fruchtbaren Boden fressen, sich niederlegenund fett werden." Das Fleisch ist zwar schwer anGewicht; allein grobfascricht und reich an starkenKnochen, obgleich der Geschmack nicht zu tadeln ist.

z) Die Teeswatersche Race hat längereBeine und feinere Knochen; der Körperbau ist dickerfester und schwerer, als der, der vorhergehendenRace, und die Wolle kürzer und leichter. Sie wer-