Schaf und Schafzucht. 591
Kinnbacken ragt vor kein obern etwas hervor, lan-gen niederhängenden Ohren, Glöckchen, Haarglöck-chen (MnvoüL) einzeln oder doppelt unter demHalse wie die Ziegen, und einen runden pvlsterför-migen Fettschwanz, oder sogenannten Fettpolster,der unten fast ganz kahl ist, oft zo—40 Pfundwiegt und 20 — Zo Pfund Talg giebt- Ein der-. gleichen ausgewachsenes, gemästetes Schaf in der! guten Jahreszeit wiegt 2 Centner. Die Farbe ist^ am gewöhnlichsten braun oder braugefleckt Und nächst. dieser ist die weiße die gemeinste- Die Wolle istziemlich lang und am Hintörtheile sehr mit Haarenvermischt. Die Widder sind gehörnt, auch unter denHammeln giebt es mehr gehörnte, als ungchörnte,
, und es giebt nach Pallas einige, welche, gleich
j dem Isländischen Schafe, vier, fünf bis sechs Hör-
, Ner haben. Man läßt die Widder den ganzen
Sommer über in der Herde, bindet ihnen aber vomApril bis in den Oktober einen Filz um den seid,damit sie die Schafe nicht belegen können. Imj Oktober giebt man ihnen die Freiheit; die Lämmerfallen daher alle im Frühling. Den ganzen Winterhindurch suchen die Schafe ihr Futter unter demSchnee, welcher letzterer ihnen auch statt des Ge-! trankes dient, wobei sie wenig an Fleisch verlieren,
! und im Frühling sehr bald die vorige Fettigkeit wie-
i der erlangen. Ueberhaupt trägt dazu der kurze Win-
! ker und dann der Umstand viel-bei, daß der Schnee
^ auf den salzigen Steppen sich sehr bald auflöset und
! verschwindet, und sie bald wieder zu ihrem Lieblings«
gewiß, dem Salze kommen können, welches zu ih«! rem schnelleren Fektwerden vieles beiträgt; welches
-man gewährt, wenn matt sie auf andere Weidenbringt, wo sie dann ausarten. Gewöhnlich werfendie Kirgisischen Schafe zwei Lämmer, und da dasVieh auf den Steppen der Natur gänzlich überlas-