594 Schaf und Schafzucht.
zuweilen recht regelmäßig vertheilt und gemurmeltsind, am theuersten bezahlt.
Das Buch arische Schaf hat große herab-hangende Ohren, eine seidenartige, dichte Wolle, und,statt des Schwanzes, zwei kleine Fettpolster, welcheunten kahl, und an der Spihe mit einem Zipfelohne Fett versehen sind. Man findet sie in der Bu-charei, in Persien, Spanien, Palastina, auch inAfrika. In der Jugend aber haben die jungen Läm-mer ein fcinlockiges Fell, welche Locken, wie lauterkleine Zirkel platt an der Haut fest anliegen, undwelche Felle sehr theuer verkauft werden, besonderskostbar sind aber die sogenannten Baranken oderBa-ranien, das ist, Felle ungeborner Lämmer, auf denendie Locken der Wolle in zirkelförmiger Gestalt be-sonders klein, platt oder stach an der Haut liegen,so, als ob sie angepreßt wären. Diese Lammerfelle sindin Europa durch den Handel bekannt. Die Bu-charen kaufen und schlachten die mutterlosen Lämmerganz jung, wenn das Fellchen am schönsten ist, undhalten Schaflämmer zu schlachten, gleich andernTataren für Sünde; darum werden die so sehr ge-schätzten Felle der ungebornen Lämmer von Müt-tern genommen, die krepirt sind.
Das Persische Schaf. Ein eigentlichesPersisches Schaf giebt es nicht, oder vielmehr einSchaf, welches,Persien eigenthümlich angehörte, son-dern man findet daselbst die verschiedenen Schafedes OricntS, besonders aber das Schaf mit denherabhängenden Ohren, der stumpfen Nase und dem di-cken Fettschwanze, welcher an go Pfund wiegt unddarüber, so daß man bei einigen dieser Schafe, wel-che den Schwanz nicht schleppen können, solchen aufeinen zweirädrigen Karren legt, oder vielmehr dasSchaf davorspannt, indem man den Schwanz dar»auf legt, damit es ihn zieht.