Schaf und Schahucht. 657
Einigen soll der Churfürst eine zweite Schenkungvon 92 Stück zweijährigen Schafen, 5 Lämmern undeinem Leithammel, nach Hrn. Weber aus den Leo-nischen Herden: Negretti, Mantara, Escurial undaus den Soriancr Merinosherden erhalten haben. Manführt dabei an, daß der König von Spanien befohlenhätte, daß die Mayoralö für den Churfürsten ausden gedachten Herden das vorzüglichste aussuchensollen. Petri zweifelt aber, daß dieses günstigausgefallen ist, weil die Kenntnisse dieser Schaf-meister nicht über das Gewöhnliche der Schäferin unserm Lande Hinausreichen. Außer der Schafe-rey zu Stolpcn wurden noch drei andere errichtet, näm-lich: Rennersdorf, welches ganz nahe bei Stolpenliegt, und mit diesem, rücksichtlich der Schafereyenzusammenhängt, Lohmen und Hohenstein; die beidenletzteren sind für sich bestehende Schäfereyen, sie wa-ren besonders zur Veredlung der Landracen durchVermischung mit der Spanischen Race bestimmt.Die ächt Spanischen Böcke stehen in Stolpen imehemaligen Thiergarten und die acht SpanischenMutterschafe in Rennersdorf. Auch zu Pillnitz isteine schöne ächt Spanische Herde. Herr von Hei-nt tz, nachheriger Preußischer Finanz-Minister, erhieltdie Direction dieser Anstalt unter der Oberaufsichtder damaligen Churfürstlichen Kammer. Nach ihmerhielt sie der Kreishauptmann von Carlowitz aufRöhrödorf. Nach Verlauf von zehn Jahren hatteman sich schon überzeugt, daß die unvermischt ge-blirbene Spanische Race alle ihre eigenthümlicheVorzüge beibehalten hatte, und die erhaltene veredelteRace lieferte eine Wolle, die der ächt Spanischen we-der an Feinheit, noch an Schönheit nachstand. Mansing nun eine allgemeine Veredlung der Herden durchSpanische Böcke an, wobei man aber alle, die nur ir-gend fehlerhaft waren, zu desto größerer Sicherheit<v»c. rechn. Ene. cXXXVIII. kheil. T t