696 Schaflund Schafzucht.
„Diejenigen, welche Vorschläge über die Artunsere Wolle zu verfeinern gemacht haben, sindnicht alle von demselben Gesichtspunkte ausgegangen.Warmer Eifer und lebhafte Einbildungskraft habenManche so weit verleitet, daß ihre Speculationen mehrsonderbar, als gründlich waren, und wenn sie gleichnützlich schienen, doch in der Anwendung ohne Ruhenblieben. Andere, welche diesen Gegenstand mit we-niger günstigen Augen betrachteten, leugnen stand-haft die Möglichkeit, in Frankreich Wolle zu erhal-ten, welche der Spanischen und Englischen an Fein-heit gleich käme."
Endlich gelang es Daubenton den bei Vielennoch vorhandenen, Zweifel zu lösen; er brachte dieWolle bald so weit, als man sie aus dem Auslandebezog. Seine eigenen Worte lauten in dem vonihm herausgegebenen Werke: Institution« pour lesIievZers, woraus man auch die historische Folge derFortschritte, welche die Veredlung der Schafzuchtin Frankreich gemacht hat, ersehen wird. -
„Im Jahre 1766 ahndete der damalige In-tendant der Finanzen und Chef des HandelswesensDaniel Karl Trudaine — dieses erzähltDaubenton — daß Spanien aufhören würde unsWolle zu verkaufen, sobald Manufakturen genug imLande errichtet seyn würden, um alle darin erzeugteWolle zu verarbeiten. Trudaine fühlte den Nach-theil, den unser Handel bei dieser Veränderungwürde erdulden müssen, weil wir alsdann gar keinefeinen Tücher würden verfertigen können. Er sannauf Mittel, diesem Uebel vorzubeugen, und zugleichFrankreich von einer Art von Tribut von mehrerenMillionen zu befreien, welchen es jährlich an Spa-nien für Wolle bezahlen mußte*). Es gab hierzu
*) Die aus Spanien eingebrachte Wolle kostete Frankreich, nochLasteyrie, jährlich vor der Revolution 24,000,000 LivreS oder6,200,0«, Thaler.