Schaf und Schafzucht. 697
nur ein Mittel, nämlich : in Frankreich selbst Wollevon eben der Güte zu gewinnen, um eben so feineTücher daraus zu machen."
Die Herrn Trudaine, Vater und Sohn,erzeigten mir die Ehre, meine Meynung zu erfah-ren; ob ich es möglich hielt, daß die Wolle inFrankreich in dem Grade veredelt' werden könnte,daß sie unsern feinen Tuchmanufakturen die fremdeersetzte, und vieljährige Erfahrungeu und Beobach-tungen über die Vermischung der Racen der Haus-thiere brachten mich auf den Gedanken, daß manwohl zu feinerer und längerer Wolle gelangen könnte,wenn man eine gute Auswahl unter den zu paa-renden Böcken und Mutterschafen beobachtete.Nach diesen angestellten Betrachtungen schlugen mirdie Herrn Trudaine vor, die zu dieser Absichtnöthigen Versuche anzustellen. Ich übernahm die-ses mit desto größerer Hoffnung, auf einen glückli-chen Erfolg meiner Bemühungen, da mir das Kli-ma in'Frankreich günstiger, als das in Spanien undEngland zur Schafzucht schien, weil es gemäßig-ter, als das in Spanien ist, und in Frankreich auchnicht so viele Nebel, als in England sind. Beideerhielten für mich durch den General-Controlleur derFinanzen, Herrn von Laverdy, Alles, was zumeinen Versuchen nöthig war. Die Regierung ließnach und nach Böcke und Mutterschafe aus Roussil-lon, Flandern, England, Marocco, Thibet und Spa-nien kommen. Alle diese Schafe von so verschiede-nen Racen brachte ich nach der von mir in Bur-gund, nahe bei Montbar angelegten Schäferey, ineine etwas bergigte, folglich zur Erzeugung feinerWolle, auf die ich mein Hauptaugenmerk richtete,günstigere Gegend. Ich erbaueke keine Ställe,sondern hielt alle meine Schafe Tag und Nacht,das ganze Jahr hindurch, ohne einiges s)b-