192
Schiffbaukunst.
stimmte Bewegung erhält das Schiff erst durch dieSegel. Die Größe der Segel ist nicht bei allen Na-tionen einerlei, welches theils von der verschiedenenBauart der Schiffe, theils daher rührt. Laß manoft einem schlechten Segler durch größere Segel nach-zuhelfen sucht. Einige glauben, man könne deren niegenug. Andere man könne ihrer leicht zu viel haben.Für beide Meinungen lassen sich Gründe anführen,Ein nach Fregattenart gcbauetes und zugerüstetesKriegsschiff kann 38 Segel führen; da aber so-wohl die einen, als die- anderen nicht auf alle Richtun-gen des Windes berechnet sind, folglich auch nichtbei allen Winden dienen, so ist leicht begreiflich,daß die Segel um so weniger alle zugleich beigesetztwerden können, da die einen den andern den Windauffangen und vorenthalten, diese aber nicht nur ohneNutzen, sondern sogar hinderlich seyn würden. DieSegel werden aus guttr Leinwand, welche eigendsda,;n aus Hanf verfertiget und von dreierlei verschie-dener Stärke ist, zusammengenähet; zu den größtenwird auch das stärkste, zu den kleinern das leichtereSegeltuch genommen. Die Segel haben entwedernach ihrer Gestalt und Einrichtung allgemeine, odernach den Stellen, wo sie angebracht sind, besondereBenennungen, z. B. Raasegel, Stagsegel,Leisegel, Gaffelsegel, Baumsegel, Waf-fe rsegel und noch eine Menge anderer. Die vor-züglichsten Segel, deren man sich auf den meist ge-bräuchlichen Kriegsfahrzeugen bedient, sind folgendevom großen Mäste angefangen. Fig. 8206. und8207 ,
1, Großes Segel, welches oben und unte"32 Ellen breit, 17 hoch ist, und überhaupt 544len hält. Es hat zwei Reihen Refen, um es nachErforderniß kleiner zu machen, und ist übrigens nMdas größte Segel, sondern hat diesen Namen