208 Schiffbaukunst-
Lasten unmittelbar auf das Kolschwinn stauete, sowürde ein solches Schiff, da sein Schwerpunkt sehrtief liegt, seine Segel vorzüglich gut tragen müssen.Dieser zwar richtige Schluß kchin aber nicht alsNorm gelten; d'enn man wird finden, daß ein derge-stalt gestauetes Schiff sehr schlecht fahrt, besonderswenn es nicht bis an das Weit zugeladen ist, unddie Erfahrung bezeugt, daß ein so geladenes Schiffsehr schwer schwanken würde, so daß es in Gefahrgeräth, seine Bemastung zu verlieren. Die Ursacheist: daß diese sehr niedrig liegende Last das Schiffzwar wieder richtet, aber dieses auch mit zu großerKraft thut, und daher «Ltößeund Erschütterungen ver-anlaßt, die sehr gefährlich seyn würden. Die durchErfahrung von den nachtbeiligen Folgen einer solchenStauung belehrten Seeleute, suchen den Schwerpunktdes Schiffes dadurch etwas höher zu bringen, daßsie dergleichen schwere Güter, als Kanonen, Anker :c.aus einige Lagen Reisbündel stauen, die man in derSchiffersprache eine Garnierung nennt. Wenn mandiese Garnierung nicht zu doch macht, und dadurchden Schwerpunkt zu schwer erhebt, sondern ein schick-liches MittU zu treffen weiß, so wird man den vor-gesetzten Zweck erreichen, das Schiff wird sich mithinlänglicher Kraft richten und nicht so schwer schwan-ken. Man ist aber nicht immer Herr darüber, dieseMittel zweckmäßig anzuwenden, wenn man zum Bei-spiel zugleich mit diesen schweren Gütern leichteWaaren, als Wolle, einladen müßte, so würde ma"nur einen kleinen Theil des Raums mit der obe"erwähnten Garnierung anfüllen können; allein aumhier haben die Seeleute ein Mittel sich aus dieserVerlegenheit zu ziehen. Denn sie erheben in solche"Fällen den Schwerpunkt des Schiffes zu der erfo^ !derlichen Höhe dadurch daß sie die schweren Güterzu beiden Seiten gegen die Seiten des Schiffes