Band 
Hundert und drei und vierzigster Theil, welcher die Artikel Schiffbaukunst bis Schifffahrt enthält.
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Schiffcapitain. 453

sein schlechter Charakter durchblickte. Je näher wirHamburg kamen, je mehr änderte sich der rauhe an«genommene Ton unseres Kapitakns, er war sogar ge-gen den Beleidigten zuvorkommend, der aber seinenangenommenen Ton nicht änderte und ihm stillschwei-gend seine Verachtung zollte. — Für einen gebildetenWeisenden ist nun ein solcher Mensch, der nicht einmaldie nöthigen Kenntnisse in seinem Fache besitzt, einungeheuer, und dies besonders, wenn er fünstehalbMonat mit ihm, und gleichsam von ihm abhängend,in einem engen Raume zubringen muß.

Wie schon oben gesagt worden, muß man mcht

alle Schiffer, die sich den Namen Kapitaln

beilegen, in diese Klaffe werfen; allein es blechtdessen ungeachtet gewiß, daß man von ungevnoe-ren und dazu noch durch ihr Gewerbe abgehärtetenMenschen keine bessere Behandlung erwartendarf, und besonders auf einem Elemente, wo mansich gegen dergleichen Behandlungen durch Rechts-mittel nicht schützen kann. Vieles muß man je-doch auch, um nicht ganz gegen diese senke un-gerecht zu seyn, auf den beschwerlichen Seedlenstschieben, welcher sowohl den Kapitain, als auchdie Mannschaft zum Unwillen reizen kann; dennalle vier Stunden löset sich der Kapitain mit demersten Steuermann auf dem Verdecke Tag undNacht ab; der zweite Steuermann leistet jedes-mal, wenn der Kapitain die Wache hat, Dienste.Überhaupt hat der Kapitain auf einem Kaufffah.^er einen sehr beschwerlichen Dienst, weil er, umsicher zu gehen, auf Alles sein Augenmerknchten, und daher Tag und Nacht auf dem Platzeoder bei der Hand seyn muß. Zum Beispiel,wenn eine Regenwolke, wobei sich gewöhnlich einVEfttger Wind erhebt, kommt; so kann e6 der^chiffkapitcnn oder der erste Steuermann, wel-cher von beiden gerade die Wache hat, sehr leicht