Band 
Hundert und drei und vierzigster Theil, welcher die Artikel Schiffbaukunst bis Schifffahrt enthält.
Seite
484
JPEG-Download
 

484

Schiffer.

schwimmen die Hottentotten mit aufrechtem Kör-per und halten die Hände außerhalb dem Wasser,so daß es aussieht, als ob sie auf der Erde gin-gen. Bei der größten Unruhe des Meeres, undwenn sich die Wellen wie Gebirge aufthürmen,tanzen sie gleichsam auf dem Rücken der Wellenherum, und fahren bald herauf, bald hernieder,wie ein Stück Holz. So lehrt die Natur dieWilden, denen die Geistesgaben abgehen, bloß demLeibe, den sie kennen, Kultur zu verschaffen. DieVortheile bei jedem Schiffbruch Leidenden auf demWasser sind folgende: Für den, welcher eine Fer-tigkeit im Untertauchen hat und unter dem Was-ser lange aushalten kann, wenn er sich in derNahe des Ufers zu einer Zeit befindet, da dieWellen hoch und stürmisch sind, ist dies ein Vortheil,und er kann den wirbelnden Wogen in der Bran-dung ausweichen, wenn er untertaucht und einenWeg unter dem Wasser macht. Man weiß, daßdie Wirkung der wirbelnden Bewegung des Was-sers sich bei einem Sturme auf die Oberflächeeinschränkt und sich nicht über 15 Fuß in dieTiefe erstreckt. Unter dem Wasser herrscht Ruheund folglich wird der Schwimmer in seinen Be-wegungen nicht gestört. Wer hingegen naheLande oben auf den Wellen bleibt, der stürzt sichgeradezu dem Tode in die Arme. Wenngern ans Land steigen will, und um einbirge oder um einen isolieren Felsen herumfchwi"'^um hinter ihnen gegen die tobenden Welle" 9^chert zu werden, oder so, daß man dem bro»der Wellen folgt, und sich von ihnen a" ^flache Ufer hin führen laßt, so darf man lhn^nicht blindlings folgen und sich ihrer Gelsganz überlassen. Eö ist bekannt, daß die We -welche sich am Ufer brechen, nicht alle gleich ?