Band 
Hundert und drei und vierzigster Theil, welcher die Artikel Schiffbaukunst bis Schifffahrt enthält.
Seite
583
JPEG-Download
 

583

Schifffahrt.

unterwarfen sich sämmtlich, ohne das Unglück,welches ihnen bevorstand, vorauszusehen-diese freiwillige Unterwerfung erfolgte sogleich meVerbrennung der Carthaginensischcn Flotte, welchedie Römer im Angesicht dec Stadt vornahmen,sie fortzerren sodann ihre Waffen und eine starreAnzahl Geißeln ab; und als sie auf diese Westedie Carthaginenser außer Vertheidigung gesetzt,erklärren ihnen die ConsulS, daß dec Senatden Entschluß gefaßt habe, ihre Stadt zn zerstö-ren, und ihnen eine andere Wohnung auf demfesten Lande, einige Meilen vom Meere entfernt,anzuweisen. Bei diesen Bedingungen wurden dieEarthaginenser aufs Aenßcrste gebracht« Sie faß-ten den Entschluß, eher das Aeußerste zu wagen,als eine so harte Bedingung einzugehen. DieRömer mußten sie also zu Wasser und zu Landebelagern. Die Belagerung war langwierig undbluthig; denn als Scipio, der dieses Mal un-ter dem einen Eonsul nur als Tribun oderOberster diente, ihnen den Gebrauch des Hafensbenommen hatte, so gruben sie einen neuen ineinem andern Viertes der Stadt, aus welchemman eine Flotte von 120 bewaffneten Schiffenherauslaufen sah, welche sie mit einem erstaunendenFleiße und Eifer innerhalb den Mauern, ausihren Zeughäusern, in einer Zeit von zwei Mo-naten erbauet hatten. Sie überfielen damit mitEntschlossenheit die Römische Flotte und verbrann-ten ihre eigenen Schiffe; allein ungeachtet einerverzweifelten Gegenwehr, ward Carthago endlichvon Scipio eingenommen, 700 Jahre nach sei-ner Gründung und im 608ten Jahre der StadtRom, nachdem dieser dritte Panische Krieg vierJahre und einige Monate gedauert hatte DieRömer verbrannten den Rest dieser neuen Car«