596 Schifffahrt.
das zurückgetretene Meer von Sand und Schlammverstopft und zur Bewahrung einer Flotte un-brauchbar wurde. Die Römer, welche damalsHerren von dem größten Theile der bekanntenWelt waren, erhielten zugleich mit der Gründung desReiche durch Cäsar Octavius, dem nunmehrder Name August» 6 beigelegt wurde, die völligeHerrschaft über das Meer, und die Handlung aufdemselben konnte nun nicht anders, als mit ihrerEinwilligung geführt werden. Rom war zur Zeitdieses ersten Kaisers eben so mächtig zur See, alszu Lande. Dyonisus sagt, indem er von seinerZeit redet, daß Rom die Beherrscherin des gan-zen Meeres sei, nicht nur desjenigen, welches zwi-schen den Säulen des Herkules eingeschlossen, son-dern auch des Oceans, überall, wo man mit Schiffenhinkommen könnte. — August» 6 begnügte sich nichtnur, die Schifffahrt auf dem bekannten Meere in Auf-nahme zu bringen, sondern er rüstete auch Schifftzu neuen Entdeckungen nach Afrika gegen die Linseaus; andere mußten die Europäischen Küsten biszumChersonnesus Cimbrica erforschen, und wiederumandere, welche lAuvo« karsorckm genannt wurden,hatten die Flüffe und Ströme, wovon man mir dirMündungen kannte, zu untersuchen. Die wichtigsten Schifffahrten, welche die Römer jemals un-ternommen haben, sind unter der Regierung diesigKaisers geschehen.
Bei dieser fast unumschränkten BeherrschungMeere, findet man jedoch nicht, daß die Römstum diese Zeit im Seewesen erfahrner gewesenren, als andere Völker. Sie hielten sich nochmer an den Küsten und getrauten sich nicht, odc
*) r>iv„. Iisiie. Lid. I.