Band 
Hundert und drei und vierzigster Theil, welcher die Artikel Schiffbaukunst bis Schifffahrt enthält.
Seite
774
JPEG-Download
 

774

Schifffahrt.

5 Prozent für ein Kapital von 180 Millionen,folglich 9 Millionen Livres. Ihr einziges Ver-mögen wurde damals auf 30 Millionen LivreS ge-schäht; und dies ist die Summe, für welche derKönig im Jahre 1770 ihr ganzes Eigenthumübernahm und den Ostindischen Handel frei gab.Man behauptet, daß innerhalb acht Jahren desfreien Handels, nämlich von 1771 bis 1778, hät-ten die Französisch-Ostindischen Auktionen zu l'O-ricnt über 149 Millionen betragen; da die Ostin-dische Gesellschaft vorher gleichfalls in 8 Jahrennur für 112 Millionen Livres Waaren verkaufthabe. S. auch Th. 105, S. 598 u. f. — Das See-wesen in Frankreich war zu Ende des 17keN Jahr-hunderts in einem achtungswcrkhrn Zustande; imJahre 1681 zählte man, die Lichter dazu gerech-net, 198 Kriegsschiffe, nebst 30 Galeeren, und nachdiesem Verhältniß wurde das Seewesen für dieHandlung immer größer, so wie sich die Schiff-fahrt dieses Reiches durch die Handlung in dieLevante, an die Küste von Afrika, und nach denbeiden Indien vermehrte. In der Raubschifffahrtoder dem Kapern waren die Franzosen von jeher ge-fürchtet, schon zu Ende des 15ten Jahrhundertsmußte die Deutsche Hansa von den FranzösischenFreibeutern im Kanal viel Ungemach erdulden, siesuchte sich endlich im Jahre 1483 durch ein mit Kö-nig Ludwig dem Eilften errichtetes Vcreini-gungsbündniß von diesen Unannehmlichkeiten zubefreien. Ungeachtet die Hansa herrliche Privile-gien erhielt, fuhren die Französischen Kaper dochfort, die Hanseatischen Schiffe zu berauben undalle deswegen entstandene Klagen verwicß man andiejenigen Gerichtshöfe, unter welchen die Kor-saren ansäßjg waren; wenn man nun den ProzeßVa anhängig gemacht hatte, so erfolgte nach langer