11
Stickstoff
Kali
Phospho
rsäure
Mohnstroh.
. . . ?
18.4
1.6
°/°
Ackerbohnensprou . .
- . . 16.8
35.3
2.7
°/°
Rapsschoten ....
... 6.4
11.8
3.4
°/°
Flachssamenkapseln. .
. . . 6.4
15.4
4.5
Kartoffelkraut (fast reif,
grün) . 4.9
4.3
1.6
7°
rachtes Erbs e n- und
W i ck e:: st r o h
ist als Futter
brauchbar.
An Strenewert stehen
sie dem Ketreidestroh wegen der größeren Brüchigkeit nach. Zwar iväre die Aufsangnngskraft, wie eins denHeidenschen Bersuchen (Seite 7) hervorgeht, eine größere.
Das Bahn e n st roh ist etwas hart und grob („grob wie Bohnenstroh", sagt ein Sprichwort).Noch härter ist das Rapsstroh und das M ohnstro h. Beide haben einen geringen Strenewert. DieAnfsangungskraft ist geringer. Wegen der groben Beschaffenheit lagert sich solcher Dünger wenig fest zusammen,infolgedessen erleidet er bedeutende Nerluste. Anders ist es in Schaf- und Ziegenställen, in welchen man denDünger wochenlang unter den Tierei: liegen läßt, und aus Düngerstätten, wo der Dünger durch Austreibender Tiere festgetreten werden kann.
Einen geringen Strenewert hat ferner das Kartoffelkraut. Es wird auch nur ausnahms-weise als Streue benutzt. Aber eine Stoffverschwendung ist es, wenn man es auf die Straße wirft, oder an:Rande der Felder unnützerweise liegen läßt, oder wenn man es verbrennt. Das Kartoffelkraut sollte gesammeltund kompostiert oder in: Herbst über die Wiesen oder Kleefelder ausgebreitet werden. Über Winter werdendie Nährstoffe dann größtenteils ausgelaugt und kommen den: Boden zu gut. Das Kraut schützt zugleichüber Winter die. Grasnarbe vor den: Frost.
Wie aus den mitgeteilten Zahlen (Seite 7 und 8) hervorgeht, ist der Preis des Strohes bedeutendhöher, als sein Düngerwert beträgt. Es ist deshalb schon vielfach die Frage aufgeworfen worden, ob derLandwirt, welcher Getreide baut, nicht besser thut, das Stroh zu verkaufen und an dessen Stelle Kunst-dünger zu kaufen, um die entzogene:: Pflauzeuuährstoffe den: Boden zu ersetzen. Er könnte sich auf dieseWeise ein schönes Benefiz erübrigen und in die Tasche stecken. Bei uns ist es in der That entschiedendas ratsamste, den Strohbedarf auf ein Mini:::::::: einzuschränken, einen allfälligen Überschuß zu verkaufenund an Stelle dessen durch Zulauf von Kunstdünger und Kraftfutter für Ersatz zu sorgen. Anders ist esin Gegenden mit leichtem Boden und ausgedehnter Ackerknltnr. Die Fruchtbarkeit eines Bodens ist be-kanntlich nicht allein bedingt durch den Gehalt an Pslanzennährstoffen, sondern auch durch die p h y-sikalischen Eigenschaften desselben. Namentlich werden diese physikalischen Eigenschaften ingünstigen: Maße beeinflußt durch den Gehalt an organischer Substanz (Humus) im Boden. Bei derAckerknltnr vermindern sich aber durch den Zersetzungsprozeß die organischen Stoffe rasch und dieFruchtbarkeit des Bodens würde deshalb zurückgehen, wenn dieselben nicht ersetzt würden. Dieser Ersatzkann nun geschehen durch den Stallmist. Der Stallmist wirkt durch seinen Gehalt an organischen Stoffenlockernd und lösend auf den Boden. Infolge der stetigen Zersetzung der organischen Bestandteile in: Bodenentsteht Kohlensäure, welche die schwer löslichen Silikatverbindungen in leicht lösliche Karbonate überführt.Der Stallmist ist zugleich eine Brutstätte von Bakterien, welche die „Geil und Gahre" fördernund damit die Fruchtbarkeit eines Bodens erhöhen (Wohltmann*).
Aus den Bersuchen von W. H öveler**) geht hervor, daß die Pflanzen im Humus ein reicheresWurzelsystem erzeugen als in humnsarmem Boden, der gleich reich an Nährstoffen ist. Infolgedessenist die Pflanze im ersten Falle imstande eine größere Nährstoffmenge aufzunehmen und einen größerenErtrag abzuwerfen.
Wert derHumus-bildendenStoffe desStrohes.
*) Die Bedeutung der organischen Düngung und der Strohverkauf. Der Landwirt. Breslau, 1895, Nr. 69 und 70.**) W. Höveler. Über die Verwertung des Humus bei der Ernährung chlorophyllführender Pflanzen.Pringsheims Jahrb. für wissenschaftliche Botanik. Band XXIV. S. 283 ff.