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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1644.

näher am Defilee, lag auf einer großen Höhe das Schloß Homburg, und man wußte,daß hinter dem Schlosse in einem Grunde die französische Artillerie auf einem Kirchhofeaufgefahren war, der zwar der Stadt auf einen Pistolenschuß nahe lag, den man abernur mit einer geringen Wache besetzt hatte. Ob nun gleich die Colonne der Armeedurch die letzte enge Passage einigermaßen getrennt war, so beschloß man dennoch, dieAnkunft der letzten nicht abzuwarten, weil man die Sicherheit der Franzosen vor Au-gen sah, und Gefahr lief, bey längerm Verzüge die schönste Gelegenheit zu verlieren.Die Avantgarde erhielt Befehl zum Angriff der Artillerie und des Schlosses.

Dreyßig Croaten zu Pferde hatten die Tete, ihnen folgten die Obersten Wolfund Epp mit den Dragonern und einem Theile von der Cavallerie. Gleich durch denersten Anlauf wurden diese Truppen Meister vom Kirchhofe und der Artillerie, und dieWache desselben wurde niedergehauen. Wahrend des Angriffs aber folgte der Ueber-theil der Avantgarde, setzte sich zu beyden Seiten des Kirchhofs, damit man die Stadtnicht verstärken könnte, und umringte das Schloß. Der Oberste Gold mit sechshun-dert Mann Infanterie formirte die Attaque und eroberte es, so Vortheilhaft auch seineLage war, doch ohne Verlust eines einzigen Mannes. Dieß alles war noch das Werkder Avantgarde, und die Dragoner wandten schon einige der eroberten Stücke gegendie Stadt, theils um sie zu beschießet!, theils um die andern Quartiere nach dem Allarm-platze zu locken und sodann einzeln aufzureiben.

Indeß aber folgte die Armee in größter Eilfertigkeit nach, und gieng zu beydenSeiten über die Donau, um sich auf das Schlachtfeld der Franzosen selbst zu setzen,alle Verstärkung von Dutlingen abzuschneiden, und die Quartiere Möhringen undMühlen von einander zu trennen. Gegen Einbruch der Nacht erschien der GeneralRose, begab sich aber schnell auf den Rückzug, als er die ganze bayrische Armee inSchlachtordnung aufmarschirt fand. Der Generalmajor, Caspar von Mercy, ver-folgte ihn mit einigen Escadrons, jedoch ohne ihn einzuholen; die Infanterie aber, soin der Gegend von Mühlen gelegen hatte, entgicng nicht und wurde zerstreut.

Zu eben der Zeit rückte aufwärts gegen Möhringen der General Werth mit zwey-taufend Pferden an, und die französische Cavallerie begab sich sogleich auf die Flucht,die Infanterie aber hielt Stand, und das Regiment Mazarin, unter dem Obersten Aebt,gieng über die Donau, um die Retraite ihrer Cavallerie auf der andern Seite zu decken.Es wurde niedergehauen, so daß nur wenige entkamen, und beydes Freund und Feindebedauerten das Regiment, weil es beynahe ganz aus Spaniern bestand, die zu Leridagefangen worden waren und Frankreich wider Willen dienten. Nach seiner Niederlage

umring-