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Fcldzug vom Jahr 1644.
liiigen zum Lermplatz gewählt, und dem General Rosen, *) so das nächste Quartier amFeinde zu Mühlen genommen, der Auftrag gethan, durch seine Vorsichten sich und dasGanze sicher zu stellen; die Feind«' standen in der Gegend von Ballingen, und man hoff-te, in dieser Stellung nichts voll ihnen furchten zu dürfen.
Die Feinde hatten aber indeß unbemerkt eine Verstärkung unter dem kaiserlichenFeldmarschall, Graf von Hatzfeld, erhalten, und sogleich hatten ihre Generale, derHerzog vor: Lothringen und die Grafen Hatzfeld, Mercy und Lamboy beschlossen, diefranzösischen so zerstreut liegenden Quartiere aufzuheben. Am drey und zwanzigstenNovember giengen die Kaiserlichen und Bayern ohne Bagage bey Sigmaringen über dieDonau; sie mußten aber wegen der Desileen, und um die Haßfeldischen Truppen zu er-warten , die Nacht längst dem Walde von Meßkirchen in Schlachtordnung verbleiben.
Mit Allbruch des folgenden Tages langten die Hatzfeldifchcn Truppen an, lind derMarsch gieng durch Waldungen und enge Wege nach Dutlingen fort. Alle Gefangnesagten aus, daß die Franzosen nichts von der Vereinigung und dem Marsche wüßten,ruhig iil ihren Quartieren stünden, und der Fourage wegen sich weit ausgedehnt hätten.
Die Avantgarde, in ivOO Pferden, dem Wölfischen Dragonerregiment und Plan r.'aus6oo Mann Infanterie bestehend, führte der kaiserliche General von der Cavallerie, Io- Merian.halln von Werth, **) und unter ihm die Obersten Wolf, Epp und Gold. Weil dasLand voll voll Waldungen und Desileen war, so glaubten die Franzosen völlig von die-ser Seite sicher zu seyn; aber der Generalquartiermeister, der Bayern Oberster vonHolz , kannte die Wege und Gegenden so genau, daß das Unternehmen dennoch aus-geführt werden konnte. Zwar hielten die Desileen allerdings den Marsch um ein be-trächtliches auf, und trennten die ersten Truppen so weit von den letzten, daß man nichtnur bey dem Dorfe Neuhaufen eine Stunde von Dutlingen, und kaum eine halbe vonMühlen, einen beträchtlich langen Halt machen mußte, um wieder anzuschließen, auchfand man vor Dutlingen selbst ein nettes Dcfi'lee. Die Armee aber pasfirte beyde,
ohne daß die Franzosen die geringste Nachricht bekamen. Nachläßigkeit ihrer Seits, undein dicker Nebel und Schnee begünstigten das Unternehmen.
Um drey Uhr des Nachmittags erreichte die Avantgarde die letzte enge Passage,die sie von der französischen Armee bey Dutlingen schied. Vorwärts der Stadt, und
A 3 näher
*) Reinhold Rosen von Grosropp, auslieflan- sen von Kleinropp, nachmaligen Marschall vondischem Adel, einer von den Directorn der wcy. Frankreich.
Marschen Armee. Er starb als Generallieutenant, **) Johann von Werth, eines Bauern Cohnund gab seine Güter und Tochter an Conrad Ro- aus Westphalen.