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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1645.

„Prinz aber erfuhr, daß die Bürger in Nördlingen stärker waren, als die Besatzung, so„nur aus vier hundert Mann bestand, und beschloß also es anzugreifen. Gleich in„der ersten Nacht verlangten die Bürger Capitulation, und ergaben sich am sechsten„August; die Besatzung wurde zu ihrer Armee zurückgeschickt, doch, wie ich glaube, ent-waffnet , und die Armee verblieb sodann sieben oder acht Tage bey dieser Stadt. Sie„ist groß und wohlhabend genug, und man erholte sich in derselben ganz wohl, und fand„Gewehr, und Pferde und Geschirr zur Bagage, und Mcdicamente für die Verwun-deten. Am achtzehnten brach die Armee auf, ließ nur eine kleine Besatzung in Nörd-„lingen und attaquirte Dünkelspihl, das nicht langer als drey Tage sich hielt und am„vier und zwanzigsten sich ergab.

„Indeß verlangte dennoch der Zustand der Armee und der Mangel von Geld,„daß man dem Rhein und dem Necker sich wieder nahte, und die Armee brach am acht„und zwanzigsten auf und marschirte nach Heilbrunn; in Dünkelspihl blieb eine Be-satzung. Hier ward der Prinz krank und folgte dem Marsche bis nach Heilbrunn,„nahm sodann eine Escorte und gieng nach Philippsburg, wo er sehr gefährlich krank„lag und sodann nach Frankreich zurückkehrte; die Armee aber blieb unter dem Mar-schall Grammont bey der Türennischen. Beyde campirten nahe vor Heilbrunn; weil„aber die Feinde die Besatzung, die schon vorhin von tausend Mann war, noch um ein„beträchtliches vermehrt hatten, so glaubte man nicht im Stande zu seyn es zu bela-gern, verblieb aber so lange in der Nähe, bis die Convois und das Geld, das man„voll Philippsburg erwartete, ankamen. Am fünfzehnten September, nachdem sie„gekommen, rückte die Armee wieder vorwärts durch die Grafschaft Hohenlohe bis nach„Schwäbischhall, und bezog daselbst ihre Cantonnirungen im Orte selbst, zu Westen,„Neiden, Sulzbach, und den andern Flecken des sogenannten Rosengarten. Die„feindliche Armee verblieb eine Zeitlang an den Ufern der Donau, zog die Besatzungen„an sich, bot das Land auf, und verstärkte sich so sehr als nur möglich. Alsdann aber„nahte sie sich der unsern von neuem, und folgte ihren Märschen über Heidenheim,„Schwäbischgemünd und Schorndorf bis nach Canstadt, wo sie Heilbrunn in der Nähe„war; und als darauf unsre Armee wieder nach Schwäbischhall zog, so giengen sie„gleichfalls auf dem ersten Wege zurück, und lagerten sich zu Lautem im Ellwangischen„am alten Rheinsthal, und fünf bis sechs Stunden voll unsrer Armee, um sie in ihren„Fouragirungen einzuschränken. In dieser Stellung verblieb man bis zum Anfang„des Oktobers.

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