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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1645.

Chatelürx, Pistmi, Boury und Livry, die Obersten Graf von Mttgenstein, Truchseßund Sauerzapf; von den Hessen der Oberste Schwerdt, und die Oberstlieutenants Frankund Züllich. Die alten Corps der deutschen Cavallerie und die Regimenter Dürasund Tracy thaten sich besonders vor; so auch die Hessen, und unter ihnen der Oberstlieu-tenant Uffel, der die feindliche Infanterie auf dem Berge zur Rechten angriff. DasRegiment von den Bayern, so in dem Dorfe so trefflichen Widerstand gethan, und her-nach aus Irrthum sich ergab, hieß das Regiment Gilli-Hasi. *)

„Es vergangen einige Tage, ehe man im Stande war, mehr als zwölf oderschall Türm- "fuufzehn hundert Mann von der ganzen französischen Infanterie zu versammeln. Der^ """ »Prinz»

Memoiresdes Mao

ne von ihmselbst.

*) Brief des Marschall Türenne an seine Schwe«ster, Mademoiselle de Bouillon, nach der Schlachtvon Nördlingen.

Liebe Schwester,

Ich muß vor allen Neuigkeiten dir sagen, daßich dich doch für meine völlig ungeänderte Schwe-ster halte, ob du mir gleich Vorwürfe gemacht; undich schwöre dir, daß, wenn ich im Schreiben nach-läßig bin, so isis in der völligen Versicherung, daßdu mich beständig lieben wirst, ohne es ändern zukönnen.

Vorgestern gab man nahe bey Nördlingen diegrößte Schlacht, die man in diesem Kriege gesehn.Die französische Cavallerie hatte den rechten Flügel,und ich mit der meinen den linken. Der rechte Flü-gel ist völlig geschlagen worden, so auch die franzö-sische Infanterie. Wir Gottlob haben auf dem lin-ken Flügel besser Glück gehabt, und daselbst dasFeld behalten, und fast die ganze Artillerie vomFeinde gewonnen. Glcen, der den rechten Flügelder Bayern commandirte, wurde daselbst gefangen.Der Herzog von Cnguien, der zwey Pferde unterdem Leibe verloren und leicht am Arm verwundetwar, kam zum größten Glück zu mir, wo ich war,nur ein wenig Augenblicke zuvor, ehe die Truppenauf dem Posten, den er für sich gewählt, zerstreutwurden. Er bezeugt, daß er mit dem, was ichgethan, zufrieden ist. Die Todten und Vc»mundeten wirst du aus den Relationen sehn; manhat auch Nachricht vom Herrn Marschall Gram-mont aus Bayern, den die Feinde auf der Retraitenach der Donau und diesem Lande mitgenommen

haben. Ihr Verlust ist größer als der unsre, ob.gleich die französische Armee völlig geschlagen wo»den. Ich bin überzeugt, daß man auch in Parisnicht anders wird sagen können, als daß die deut.sche Cavallerie allein die Schlacht gewonnen. DerHerzog hat mir darüber vor der ganzen Armee mehrGutes gesagt, als ich dir wieder sagen kann. Ebenso wenig kann ich aber auch sagen, was er für seineeigne Person mit Muth wie im Commando gethan.Ich hatte vier Bataillons Infanterie, zwey, die derHerr von Chabot commandirte, um die Cavalleriedes Herzogs zu unterstützen, und die zwey andernbey feiner Infanterie. Aber die französische Ca-vallrrie riß auf ihrer Flucht das alles mit sich fort,so daß nichts übrig blieb als die deutsche und hessi-sche Cavallerie. Der Herzog hört nicht auf dieDeutschen zu loben; und in der That hat er ihnenauch Leben und Freyheit zu danken. Es ist nichtzu sagen, wie freundschaftlich er mir die Ehre er-weiset , mit mir zu leben. Ich bitte dich sehr, derFrau Herzogin von Longueville zu bezeugen, wiesehr ich ihm dadurch verbunden bin.

Ich bin sehr bekümmert, weil man mir von an-dern Seiten schreibt, daß du so oft das Fieber hast.Ich bitte Gott von ganzem Herzen, daß er dich er-halten möge, weil ich auf der Welt keine größreFreude habe, als dich gesund zu sehn. Adieu, liebeSchwester.

Im Lager vor Nördlingen,den 8ten August 1645.

Ramsay in den Documcnten.