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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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56
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56 Feldzug vom Jahr 1646.

„Parthey zu ergreifen wäre, und ob man die Feinde verfolgen oder die Gelegenheit„nützen wollte, Meister von den wichtigern Posten in Franken, Schwaben und Bayern„zu werden. Es ist allerdings gewiß, daß, wenn man die erste Parthey ergriff, die„Feinde bis nach Cölln, und mit einigem Verlust auf der Retraite zurückgetrieben wer-den konnten. Weil aber der Kaifer und der Churfürst dadurch Zeit gewannen, Be-fehle nach den andern Ländern zu schicken, so schien es gut zu seyn, itzt, da die Sachen„gleichsam in der Viertelstunde sich geändert hatten, auch auf der andern Seite keine„Zeit zu versäumen, und man beschloß, gegen den Mayn zu marschiren.

„Türenne, der, als er über Wesel seinen großen Marsch unternahm, den Gene-ral du Passage mit zwey tausend Mann bey Maynz zurückließ, zog diesen wieder an„sich, und marschirte nach Aschaffenburg, einer schönen Passage über den Mayn, wor-„in die Feinde zwey hundert Mann hatten, die sich sofort ergaben. Jenseits des„Mayns nahm die französische Armee die rechte Hand, und die schwedische die linke, in„acht oder zehn Stunden Entfernung von einander. Die erste eroberte Schorndorf„nach einer Belagerung von drey Tagen, und gieng nach Lavingen an der Donau, so„unbesetzt war; die Schweden nahmen ihren Weg über die Jaxt und den Kocher, ero-berten Dünkelspihl, Nördlingen und Donawerth. Zu Lavingen und Donawerth, wo„Brücken waren, geschah der Uebergang der Armeen über die Donau gegen die Mitte„des Septembers nach einem Marsche beynahe ohne Rast, doch überall im Ueberfiuß.„Nördlingen wurde von den Schweden, und Lavingen von den Franzosen besetzt; die er-„sten aber giengen am vierzehnten über den Lech auf der Brücke von Oberndorf, und„berennten Rayn, in welches der Churfürst von Bayern zwölf bis fünfzehn hundert„Mann von seiner Miliz eingeworfen, die man wegen der grünen Uniform Jäger nennt."

Merlan und Der fünfzehnte Mann wurde in ganz Bayern aufgeboten, und alle Brücken sowohl

Pufendorf. über die Donau als die Jser verdorben, jedoch beynahe ohne Nutzen, weil die Wasserso seicht waren, daß man fast überall Furche fand.

„Der Marschall Türenne erfuhr, daß Augspurg unbesetzt war, und schickte den„Herrn von Beauveau mit fünf hundert Pferden dahin ab, um mit den Herren von der„Stadt Unterhandlung zu pflegen, da indeß die Armee bey Lavingen die Donau pas-„sirte. Beauveau wurde in die Stadt eingelassen, jedoch ohne seine Escorte; und die„Bürger fiengen bereits an die ersten Unterhandlungen wegen der Uebergabe zu pflegen,„als Wrangel, der vor Rayn die Laufgraben eröffnet, und, wie in den ersten Tagen bey„Milizen gewöhnlich, einigen Widerstand gefunden hatte, den Marschall Türenne er-suchen ließ, schleunig zu ihm zu stoßen. Türenne, der glaubte, daß die Bürger von

„Aug-