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Feldzug vom Jahr 1647 und 1648.
Slm irrenIunius.
«denLech auf der Brücke von Rayn, so die Feinde verlassen und man wieder herge-,-stellt hatte. Ein Detaschement von zwey Lausend Mann unter dem Generalmajor,«Herrn von Laval, blieb zur Besetzung der Brücke zurück, die Armee aber campirte zu«Neuburg, und erreichte am dritten Juuius Freysingen an der Jser. Die Feinde«standen zwar jenseits, hatten aber die Stadt Freysingen selbst am diesseitigen Ufer ver-fassen, und die Alliirten faßten selbst Posto und versuchten den Uebergang an verschied««nen Orten zugleich. Hierauf verließen die Feinde in der Nacht vom sechsten zum sie-benten auch die Jser und zogen sich hinter die Jnn, nachdem sie München und Wasser-burg und Jngolstadt mit vieler Infanterie versehen hatten. Der Churfürst verließ zu«dieser Zeit seine Residenz, und flüchtete in seinem acht und siebzigsten Jahre mit einem«kleinen Gefolge nach dem salzburger Lande, und sogleich darauf, als er kaum erst da-«selbst aufgenommen worden, weiter hin in Tyrol.
«Die vereinigten Armeen gierigen über die Jser, nachdem sie zuvor Landshut an«derselben besetzt und die Brücke von Freysingen abgebrochen hatten, und nahten sich«dem Jnn über Aerdingen und Haag. *) Von diesem Lager aus geschah ein Versuch„gegen Wasserburg, das man aber wegen Starke der Besatzung nicht einzunehmen ver-flöchte ; und es gieng sodann der Marsch über Unterweidenbach und Alt - Mühldorf. «nach dem salzburgischen Mühldorf am untern Jnn, wo die Armee am zwey und zwan-zigsten ihr Lager aufschlug, und darauf alles, was möglich war, versuchte, um über-„zugehn. Es ist aber dieser Fluß an sich weit tiefer und breiter als der Lech und die«Jser; man hatte keine Schiffe, und was für Mühe man sich daher auch gab, so konn-«te man doch nie das Psahlwerk zu Stande bringen, obgleich der Widerstand der Fein-«de vom jenseitigeil Ufer nur sehr gering war, und man kaum fünfzehn hundert bis zwey«tausend Mann von ihnen sich.
«Die Armeen von Frankreich und Schweden waren bisher noch nie so weit vorge-drungen, und es war ihnen nun äußerst wichtig, auch den Jnn zu passiren, weil jen-seits desselben Oberdsterreich nahe angranzt, da alles so schwürig war, daß man gewißMerlan, Pu- «auf eine Empörung hoffen konnte. Man verblieb also bey Mühldorf an den Ufernbrenne ^ auf vierzehn Tage lang, und immer mit dem nämlichen Entwurf, den aber„der Fluß selbst, die häufigen Regen und die anwachsende Macht der Feinde hinter-«tricben. Delin gleich vom Tode des General Melanders an bis itzt hatte der Kaiser,-starke Werbungen angestellt, und der Churfürst von Bayern die Cavallerie mit vielen^ «Pferden
*) Alles, was hier in die Erzählung des Marschalls eingeschaltet worden, ist aus Pusendorf undMerian. '