Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
75
JPEG-Download
 

75

Keldzug vom Jahr 1647 und 1643.

«Stücken verlieren, ohne daß sich Furcht bey ihnen zeigte. Indeß suchte die feindliche«Armee, wie man sah, auf einer Höhe, eine halbe Stunde weit von der Passage, sich„zu sammeln, und schickte von daraus Truppen ab, um die, so das Geschütz zu Grunde„gerichtet hatten, abzulösen. Aber von diesen kam nur ein Theil an, die andern wur-den zerstreut und flohen vor den Kugeln, so die Artillerie ihnen zuschickte, sobald man„sie en corp8 kommen sah. Weil man länger als vier Stunden und in größter Eil«dem Feinde gefolgt war, so konnte die Infanterie nicht eher als kurz vor der Nacht an-fangen , und es ward unmöglich, sie zur Forcirung des Uebergangs zu nutzen. Der„Feind aber zog, wie es Nacht ward, mit dem Reste der Armee sich nach Augspurg zu-rück, das nur zwey Stunden davon ablag, und gieng am zwanzigsten über den Lech,„um zwischen Friedberg und Kissingen sich zu lagern, und den Mitten, wo möglich,„den Uebergang zu verbieten. *)

„Am Tage des Gefechs campirte die alliirte Armee zu Heimhofen, und brach so-„dann am zwey und zwanzigsten auf, und zog sich nach Ballingen und dem obern Lech,„als ob sie daselbst überzugehn meynte, in der That aber, um den Feind zu nöthigen, daß„er ihnen folgte, und sodann mit einem verborgnen Marsche am untern Lech ihm zu-vorzukommen. Als die Kaiserlichen und Bayern auch wirklich gefolgt waren, brachen„die Mitten in der Nacht vom vier zum fünf und zwanzigsten wieder auf, und langten,„nachdem sie ihre Bagage rückwärts geschickt hatten, des Morgens zu Oberndorf an,„und eher als der Feind. Allein der Fluß war geschwollen und die seichten Stellen ver-schanzt, so daß die Feinde dadurch Zeit gewannen, das jenseitige Ufer zu erreichen.»Sie zündeten die Raynbrücke an, und lagerten sich in eben dem Lager, wo Tilly dem„König von Schweden den Uebergang zu verbieten gesucht hatte, und die Mitten Ge-nerale gaben den Batterien und der Musgueterie eben die Posten, die Gustav ihnen„gegeben. Nach einem Scharmützel, das vom Mittag bis zur Nacht gedauert hatte,„zogen sich die Feinde aus allen Postein'n der Stille zurück, und giengen mit der ganzen„Armee gegen München hinter die Iser. Gleich am folgenden Morgen ließen die Ge-nerale der Mitten die Cavallerie von den Schweden und tausend Pferde von der«französischen unter dem Herzog von Düras durch einen Furth übergehn. Es ge-schah aber nur mit großer Schwürigkeit, weil der Furth nichts taugte, und das De-«taschement verfolgte den Feind auf zwey bis drey Stunden Wegs, und machte vom„der Arriergarde einige Gefangne. Die Armeen giengen am neun und zwanzigsten über

K 2 „den

*) Merlan Tom. V. x. zi6. ist nebst der Zeichnung die völlig übereinstimmende Relation des Feldmar»schall Mangel zu finden.