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Bürgerlicher Krieg
wollte zu marschiren; kaum aber hatte der Hof erfahren, daß die Armee über denRhein gehen sollte, so entdeckte er sich völlig, welches bisher noch nicht geschehen, weiler keinen andern Befehl gesandt hatte, als die Armee, wenn der Frieden geschlossen sey,nach Frankreich zurückzuführen. Jtzt aber kam gemeßne Ordre an alle Officiers, denMarschall Türenne fernerhin nicht zu erkennen; es wurden noch am Rhein ZOO,OovRthlr. ausgezahlt, und die vier oder fünf schuldigen Monate zu zahlen versprochen.Dies, und die Bemühungen des Generallieutenants Crlach, machten sechs deutscheRegimenter wankend, und sie marschirten die ganze Nacht durch bis nach Breysach, desGenerals Gouvernement. Drey Regimenter Infanterie giengen nach Philippsburg,so daß nur die Hälfte der Armee bey Türenne verblieb, und auch diese, fünf oder sechsRegimenter ausgenommen, ziemlich unschlüssig. Er aber, als er sah, daß die Ent-würfe, die er im Sinne gehabt hatte, nicht auszuführen waren, und erwähnter Ur-sachen halber nicht an den Hof zurückkehren wollte, gab einigen Generalen, die bey ihmgeblieben, den Befehl, die übrigen Truppen zu dem Generallieutenant Erlach zu führen.
Er aber gieng mit fünfzehn oder zwanzig von seinen Freunden nach Holland, wo er ei-nen Monat lang blieb, bis zur Nachricht von dem Tractate zu Ruck, der zwischen demParlement und dem Hofe geschlossen ward, und worin eine Generalamnestie für alleseingeschlossen war. Türenne schiffte sich darauf in Seeland ein, und kam über Dieppemit der Post nach Paris.
Ob zwar nun der Vergleich getroffen, so blieben doch beyde Partheyen in großemMistrauen gegen einander, der Hof aber dachte am meisten auf den Feldzug der Armeein Flandern, und ließ das Innere des Reichs in ziemlich wankendem Zustande. Tü-renne erschien zwey Tage nach seiner Ankunft am Hofe; und weil der Cardinal bis zumEnde des Feldzugs alles dem Anschein nach zu vergessen beschlossen, und der Kaltsinn,der zwischen ihm und den Prinzen zu zeigen sich anfieng, den Hof etwas minder stolz zuhandeln bewog, so wurde Türenne ganz wohl empfangen, lebte daselbst auf den ge-wöhnlichen Fuß, und sieng an, mit dem Prinzen zu unterhandeln, da dieser das Jahrdie Armee nicht commandirte, sondern eine Reise nach Burgund gethan hatte. Türen-ne theilte den Aufenthalt des Sommers zwischen Paris und Compiegne, wo der Hofsich aufhielt, und genoß viel Höflichkeitsbezeugungen von dem Cardinal, mit dem erauch verschiednemal wegen des Vergangnen sich erklärt hatte, jedoch ohne in eine Ver-bindung von Freundschaft sich einzulassen. Der Minister, der dem Prinzen keinenVerdacht geben wollte, entdeckte sich »richt offenherzig gegen Türenne, und Türenne,
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