93 Bürgerlicher Krieg
die Winterquartiere in ihrem eignen Lande zu beziehen, Rhetel und Chateau-Porcien,im Winter wieder übergehn würden, und die deutschen Truppen, so die Spanier vorkurzem geworben hatten, bey den Übeln Quartieren, die man in Flandern zu geben ge-wohnt wäre, schmelzen müßten. Er riech dem Grafen von Fuensaldagna, mit ganzerArmee zwischen der Maas und der Aisne stehen zu bleiben. Als er aber nicht vermochte,ihn zu diesem Entschlüsse zu bringen, blieb Türenne für sich selbst zurück, mit fünf Re-gimentern deutscher Cavallerie neuer Werbung von ungefähr zwey tausend Pferden,zwey Brigaden Lothringern unter den Herren von Fange und Ligneville, davon der letzteunlängst durch den Marschall la Ferte geschlagen worden; diese Brigaden bestundenaus zwey tausend fünf hundert Pferden, und hiezu kamen noch tausend Pferde von demCorps, das Türenne selbst in Deutschland geworben. Die Infanterie bestund auszwey tausend fünf hundert Mann, Walloner, Lothringer und den französischen Re-gimentern Türenne, Couronne und Stcnay, unter Bettest', Rochepaire und demGrafen von St. Quintin. Mit diesen Truppen und sechs Feldstücken verblieb Tü-renne zwischen der Maas und der Aisne; und der Erzherzog ließ außerdem zwölf hun-dert Mann Infanterie und zwey hundert Pferde in Rhetel, unter dem GeneralmajorDegliponti, einem Officier von großem Ruhme, in Flandern.
Die Armee des Königs verblieb während der Belagerung von Mousson und ei-nige Zeit nachher in der Champagne, beydes, um sich zu erholen, und auch die Trup-pen , die von Vourdcaup kommen sollten, an sich zu ziehen. Sie belief sich, als allesversammelt war, auf sechs bis sieben tausend Pferde und acht tausend Mann Infante-rie , und man beschloß,' Rhetel mit ihnen zu erobern. Es war schon weit in dem De-Den yten cember, die französische Armee langte an einem Freytage vor dem Platze an, und öff-December. am folgenden Tage die Laufgräben. Es wurde sogleich die Vorstadt weggenom-men, man nahte sich unter dem Schutze der Häuser der Hauptmauer, und beschoßeinen Thurm von dem Thore durch einen Zwölfpfünder; als man aber bald darauf sah,daß die Pfeiler der Bkücke stehen geblieben waren, und man nur Breter überzuwerfenbrauchte, um sich ihrer zu bedienen, so wurde , nachdem die Belagerer es gethan hatten,das Thor selbst ängegriffen. Der erste Angriff wurde abgeschlagen; als man aberDen izten zum zweytenmale zurückkam, schlugen die Belagerten Chamade, und verlangtenDecember. §tn Dienstag früh Unterhandlung. Die ganze Armee stand indeß zur Rechten derAisne, und hatte nur zwo einzige Regimenter, da wo der Platz übcrgicng, zurückgelas-sen, um eine falsche Attaque, die auf diese Art gelang, zu unternehmen.
Türenne,